Die Szene, die die Gemüter erhitzte: Wolfsburgs Maximilian Arnold im Zweikampf mit Unions Taiwo Awoniyi. City-Press/Moritz Eden

Ein Wochenende zum Vergessen für Unions Torjäger Taiwo Awoniyi. Man kann auch durchaus von einem Gruselwochenende sprechen. Eigentor, Schiri-Ärger und Nati-Frust. Da kam einiges zusammen für den sonst so frohgemut durchs Leben spazierenden Mittelstürmer.

Ausbootung bei den Super Eagles! Nigerias Nationaltrainer Austin Eguavoen steht nicht so ganz auf den eisernen Angreifer wie dessen Vorgänger Gernot Rohr. Im am Freitag benannten Aufgebot der Westafrikaner für die beiden  K.-o.-Spiele am 24. und 27. März gegen Ghana fand sich für Awoniyi kein Plätzchen. Der 24-Jährige wurde lediglich als Nachrücker auf Abruf nominiert.

Awoniyi nur Nachrücker für die WM-Quali

Trainer Urs Fischer hatte stets darauf verwiesen, dass Awoniyi immer unheimlich stolz darauf war, für sein Land spielen zu dürfen. Und der hatte sich nach dem Afrika-Cup weiter Chancen ausgerechnet, sein Scherflein für das Katar-Ticket beitragen zu dürfen. Nun diese Enttäuschung.

Dazu kommt natürlich das Eigentor beim 0:1 in Wolfsburg, als Awoniyi in schönster Mittelstürmermanier die Kugel über den herauseilenden Andreas Luthe hinweg ins eigene Tor schädelte. Kritik von Fischer gab es nicht. „Es gibt bei Eckbällen eine klare Zuordnung. Taiwos Aufgabe ist es, einen Ball, der auf den ersten Pfosten kommt, entsprechend anzugreifen. Er hat sich entschieden, hinzugehen. Also ihm jetzt daraus einen Vorwurf zu machen, geht mir zu weit“, wollte Fischer dem Fauxpas keinen all zu großen Stellenwert beimessen. Passiert halt.

Awoniyi ließ sich nicht runterziehen

Immerhin ließ sich Awoniyi davon nicht runterziehen, ackerte weiter. Und hatte ja eigentlich auch die Szene auf dem Fuß, als er Sheraldo Becker den Ausgleich auflegte. Nur dass Schiedsrichter Patrick Ittrich das kurze Zupfen am Trikot des Wolfsburgers Maximilian Arnold als Foulspiel des Nigerianers bewertete. Ursächlich für den Fall des VfL-Profis war es eher nicht. Und steigerte daher den Frust von Awoniyi im Allgemeinen und den von Union im Speziellen.

Ein Ausgleich nach 54 Minuten hätte der Partie wohl eine entscheidende Wendung gegeben. Wie auch Wolfsburgs Trainer Florian Kohfeld einräumte. „Das war ein glücklicher Sieg heute. Aufgrund der zweiten Halbzeit hätten wir auch mit einem Unentschieden leben müssen“, so der Wölfe-Coach.

Nette Worte, die aber Unions Profis nicht wirklich trösteten. „Für mich ist Arnold schon im Fallen. Der verliert die Balance, dadurch hat Taiwo Awoniyi den kleinen Vorteil, und der kippt nur um“, zürnte Unions Vizekapitän Grischa Prömel mit dem Referee.

So bleibt die Erkenntnis, dass eine Woche, die gefühlt schwungvoll begann – mit dem Sieg gegen Mainz in der Liga (3:1) und dem Einzug ins Halbfinale durch das 2:1 gegen St. Pauli – einen bitteren Nachgeschmack hinterließ auf den Zungen von Taiwo und Kollegen.

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