Als Unioner feierte Nico Schlotterbeck (M.) noch die U21-Europameisterschaft im Sommer. Jetzt darf er sich auf die A-Nationalmannschaft freuen. Imago

Das ist der verdiente Lohn für seine bärenstarke Saison bei den Eisernen. Freiburg-Rückkehrer Nico Schlotterbeck wird von Neu-Bundestrainer Hansi Flick für die kommenden WM-Qualifikationsspiele erstmals in den DFB-Kader berufen. Neben dem Ex-Unioner dürfen sich auch zwei weitere Neulinge freuen. 

Mit 21 Jahren ist Schlotterbeck, der sich Anfang Juni mit Deutschlands U21 zum Europameister kürte, erstmals bei der A-Nationalmannschaft dabei. Auch, weil er in Freiburg einfach da weitermacht, wo er beim 1. FC Union aufgehört hat: Mit exzellenten Leistungen in der Abwehr.

Nico Schlotterbeck winkt DFB-Debüt

Damit hat der für die vergangene Saison an den 1. FC Union verliehene Schlotterbeck gute Chancen, bei den anstehenden drei Länderspielen auch zum Einsatz zu kommen. Am Donnerstag bietet das Spiel in St. Gallen gegen Liechtenstein die Möglichkeit, um in der WM-Quali Boden gut zu machen. Für den derzeitigen Tabellendritten geht es drei Tage später in Stuttgart gegen Spitzenreiter Armenien weiter, Flicks erste Länderspielperiode endet mit einem Auswärtsspiel in Island.

Flick spricht in höchsten Tönen von Schlotterbeck. Der Ex-Unioner habe eine „sehr gute U-21-Euro“ gespielt, sei zudem als Linksfuß in der Innenverteidigung ein Spieler, den man unbedingt „mal sehen möchte“. Zudem gefällt Flick die Variabilität von Schlotterbeck in der Defensive, der U-21-Europameister habe auch die „fußballerische Qualität“, um gegebenenfalls im Mittelfeld eingesetzt zu werden.

Neben Schlotterbeck sind auch erstmals Salzburg-Stürmer Karim Adeyemi (19) und Hoffenheims Zugang aus Fürth David Raum (23) nominiert. Freuen darf sich auch Dortmunds Marco Reus, der nach seinem EM-Verzicht nun wieder Teil der Nationalmannschaft ist. Ansonsten vertraut der Ex-Bayern-Coach auf bekannte Gesichter – und auf gleich acht Münchner-Profis.

Insgesamt gehören 18 Spieler, die bei der EM-Enttäuschung noch unter Flicks Vorgänger Joachim Löw im Sommer dabei waren, weiterhin zum Aufgebot. Acht Spieler, darunter der derzeit verletzte Mats Hummels (32) und dessen BVB-Kollege Emre Can (27), wurden nicht berücksichtigt.

Draxler und Götze müssen warten

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Erblondet, aber weiterhin bärenstark: Ex-Unioner Nico Schlotterbeck (l.) gibt jetzt wieder beim SC Freiburg Gas.

Neben Reus (32) kehren in Thilo Kehrer (24), Mahmoud Dahoud (25) und Ridle Baku (23) als fünftem U-21-Europameister drei Spieler ins A-Team zurück, die von Löw zuletzt nicht berücksichtigt worden waren. Mario Götze (29) und Julian Draxler (27) gehören allerdings nicht zu Flicks erstem Personal.

Erste Einblicke gewährte der neue Bundestrainer in seine Planungen. Joshua Kimmich (26) wird im Gegensatz zur EM wieder als Sechser im zentralen Mittelfeld spielen. Und nach Löws erfolglosem Versuch mit der Dreierkette bei der EM wird die Vierer-Abwehrreihe wieder das präferierte System für die Abwehr sein. „Das ist der Plan“, sagte Flick vor der Zusammenkunft des DFB-Kaders am Sonntag in Stuttgart.

Der Kader im Überblick

Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Bernd Leno (FC Arsenal), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)

Abwehr: Ridle Baku (VfL Wolfsburg), Robin Gosens (Atalanta Bergamo), Thilo Kehrer (Paris St. Germain), Lukas Klostermann (RB Leipzig), David Raum (TSG Hoffenheim), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Nico Schlotterbeck (SC Freiburg), Niklas Süle (Bayern München)

Mittelfeld/Angriff: Karim Ademeyi (Red Bull Salzburg), Mahmoud Dahoud (Borussia Dortmund), Serge Gnabry (Bayern München), Leon Goretzka (Bayern München), Ilkay Gündogan (Manchester City), Kai Havertz (FC Chelsea), Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach), Joshua Kimmich (Bayern München), Thomas Müller (Bayern München), Jamal Musiala (Bayern München), Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach), Marco Reus (Borussia Dortmund), Leroy Sané (Bayern München), Timo Werner (FC Chelsea), Florian Wirtz (Bayer Leverkusen)

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