Grischa Prömel mit Papa Roland nach dem Training.  Foto: Matthias Koch

Geliefert wie bestellt. Grischa Prömels Torarmut in Fußball-Oberhaus war dem 25-Jährigen schon lange ein Gräuel. „Das wird langsam echt Zeit. Ich darf mir das auch schon in der Mannschaft anhören oder von meinen Kumpels zu Hause“, hatte der Mittelfeldspieler vor dem formidablen 1:1 gegen die Bayern zum Besten gegeben. Als nun auch Papa Roland auf den Plan trat, konnte der Filius ja gar nicht anders, als gehorchen. 

Vierte Spielminute gegen die Bayern: Ecke von links über den Herrn der ruhenden Bälle, Christopher Trimmel. Prömel lauert am ersten Pfosten im Rücken eines bayerischen Abwehrtrios bestehend aus David Alaba, Benjamin Pavard und Robert Lewandowski.  Ein kurzer Sprint nach vorne - also sogar weg vom Tor - Hinterkopfball und die Kugel senkte sich hinter Manuel Neuer im langen Eck ins Netz! 

Einstudiert? „Ja, das haben wir unter der Woche mehrfach trainiert. Dass Trimmi die Bälle punktgenau bringt, das wissen wir mittlerweile. Auch in der Bundesliga. Er hat ja auch schon genügend Tore vorbereitet. Von daher bin ich sehr glücklich darüber. Das Tor gehört zur Hälfte Trimmi“, meinte der 25-Jährige.

Premierentreffer im Fußball-Oberhaus. Und was für ein wichtiger. Mit einem Lächeln auf den Lippen verriet er, dass sein Vater Roland einen kräftigen Anteil am Treffer hatte. „Mein Papa hat mir vor dem Spiel geschrieben, dass es langsam Zeit wird für den ersten Treffer. Deshalb widme ich ihm das Tor. Liebe Grüße nach Hause nach Esslingen“, so Prömel. 

Grischa Prömel düpiert Robert Lewandowski und köpft zum 1:0 gegen die Bayern ein.  Foto: City-Pres/Matthias Renner

Mit als Grund für sein bisherigen Nullnummern sieht er eine veränderte Rolle im Unionspiel an. In Deutschlands Eliteklasse agiert er weniger offensiv. „Ich komme weniger in die Box kommt als noch in der Zweiten Liga“, meinte Prömel. Dort machte er immerhin acht Buden in 52 Spielen. In der Bundesliga hat er nun nach 24 Partien seinen Torfluch abgeschüttelt. 

Prömel ist mittlerweile schon der zwölfte Union-Spieler, der sich in die Trefferliste eintragen konnte. Mit ein Grund, warum die Eisernen stabil durch die Liga spazieren. Sie sind nicht abhängig von einem Akteur, auch wenn ein Ausfall von Max Kruse natürlich weh tut. Nur Leipzig kommt ebenfalls auf ein Dutzend Torschützen und damit Gefahr aus allen Mannschaftsteilen. Das wird Union auch künftig weiterhelfen.