Volles Engagement: Robert Andrich und Grischa Prömel kämpfen im Trainingslager in Bad Wörishofen um den Ball und um die Startplätze beim 1.FC Union.  Foto: imago images / Sammy Minkoff

Es schlaucht so langsam. Nach sechs Tagen im Trainingslager werden die Beine müde. Auch der Kopf, obwohl willig, will nicht mehr so ganz. Geht auch Grischa Prömel derzeit so, der nach einem von Verletzungen geprägten ersten Bundesligajahr der Spielzeit 20/21 stärker seinen Stempel aufdrücken will. 

„Das alles macht sich schon bemerkbar. Vor allem der Platz.  Das ist teilweise so, als würden wir auf Sand trainieren. Weil es einfach extrem weich ist. Das macht sich natürlich bemerkbar“, meinte der Mittelfeldspieler, der sich in diesem Jahr einem Konkurrenzkampf in Unions Reich der Mitte ausgesetzt sieht. Mit Robert Andrich, Christian Gentner, Sebastian Griesbeck und ihm streiten sich vier Kicker um die Plätze im zentralen Mittelfeld. Mehr als drei Postionen sind da nicht frei. Vielleicht sogar nur die beiden Sechser-Plätze, wenn ein gesunder Max Kruse auf der Zehn gesetzt sein sollte.

Ein bisschen wirkt die vergangene Saison noch nach, als eine Patellasehnenreizung den 25-Jährigen für Monate außer Gefecht gesetzt hatte und er in der Schlussphase nach dem Corona-Break noch fleißig Minuten auf dem Feld sammelte. Daher geht er die Vorbereitung dieser Tage auch etwas dosierter an. „Wir haben einen ganz guten Plan aufgestellt mit den Physios und den Athletiktrainern, dass ich jetzt nicht gleich von Null auf Hundert direkt durchstarte, sondern ein bisschen angepasst trainiere“, erklärte der gebürtige Stuttgarter, der in Bad Wörishofen zwar im Schwäbischen, aber doch fast 200 km von seiner Heimat entfernt ist.

Immer die gleichen Charaktere wäre langweilig

Grischa Prömel über den Wandel im Team

Nicht weit weg davon, nämlich 80 Kilometer, muss Union das erste Pflichtspiel der Saison bestreiten. In Karlsruhe wird Prömel mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, auch wenn bei den Badenern da nicht mehr so viel davon vorhanden ist. „Es hätte auch einfacher sein können. Mit ein bisschen mehr Losglück wäre es vielleicht nicht der KSC geworden. Aber so ist das Richtung Ligastart ein echter Gradmesser", kann er selbst diesem schweren Gang etwas abgewinnen. 

„Ich fühle mich gut. Ich will wieder angreifen. Natürlich habe ich dann auch die Ansprüche zu spielen. Ich muss schauen, dass ich fit bleibe und meine Leistung bringe“, so Prömel optimistisch, der mittlerweile bei den Köpenickern zum Inventar gehört. Lediglich Christopher Trimmel und Jakob Busk tragen das eiserne Leibchen länger als der Blondschopf. Was der Alt-Eiserne Prömel gar nicht so verwunderlich findet. „Im Fußball ist immer Bewegung. Ich mag das. Sonst wäre es ja auch langweilig, wenn man die komplette Karriere immer nur mit der gleichen Mannschaft, den gleichen Charakteren zu tun hätte.“