Grischa Prömel (l.) macht das Tor zum 1:0. Freiburgs Torwart Florian Müller (M,) kann den Ball nicht parieren. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Da ist er endlich. Der erste Dreier nach fünf sieglosen Spielen in Folge. Mit Köpfchen und Herz erspielt. Grischa Prömel erzielte per Kopf den Siegtreffer zum 1:0 (0:0) beim SC Freiburg, mit dem die Eisernen die Badener in der Tabelle überholen. Besser kann eine Geburtstagsparty nicht laufen. 

Cindy Crawford - auf Jahr und Tag genau. Der viel zu früh verstorbene Kurt Cobain - ein Jahr später. Und eben Urs Fischer. Allen gemeinsam, dass sie am 20. Februar ihr Wiegenfest feiern können. Unions Trainer wurde genau wie der 1.FC Union 55. Und natürlich war allen klar, was er sich zum Geburtstag wünschen würde. Drei Zähler in Freiburg. Wenn er schon an seinem Ehrentag arbeiten musste, dann sollte doch wenigstens das herausspringen als Präsent.

Fischer rotiert auf vier Positionen

Zumindest Halbzeit eins im Breisgau  ließ sich so an, dass es dafür berechtigte Hoffnungen gab. Die auf vier Positionen im Vergleich zur Vorwoche veränderten Köpenicker gaben den Hausherren einige Rätsel auf. Die zuletzt vor allem zu Hause auftrumpfenden Freiburger - fünf Siege, zwei Unentschieden, immer mindestens zwei Treffer - wurden von den Gästen arg ruhiggestellt. Nicht eine Chance erspielte sich die Elf von Christian Streich vor der Pause! 

Union hatte mit Loris Karius im Tor begonnen. Offenbar war Andreas Luthe, obwohl er ins Training zurückgekehrt war, derzeit mental so angeschlagen, dass Fischer ihm noch nicht wieder den Job zwischen den Pfosten anvertrauen wollte.  Nicht mal die Ersatzbank sollte es sein. Da saß Jakob Busk für den Fall der Fälle. Erwartungsgemäß rotierte Fischer Nico Schlotterbeck (für Florian Hübner) und Christopher Lenz (für Nico Gießelmann) wieder ins Team. Kurzfristig musste auch Marius Bülter ran, weil Taiwo Awoniyi muskulär bedingt passen musste.

Grischa Prömel feiert sein zweites Saisontor. Doch anders als beim 1:1 gegen Bayern bescherte diesmal sein Kopfball Union drei Punkte. Foto: Matthias Koch

Sorgte alles dafür, dass die Breisgau nicht nennenswert ins Spiel kamen. Mindestens optisch überlegen und mit ein bisschen mehr Präzision hätte Fischer die Kerzen auf seinem virtuellen Geburtstagskuchen voll Vorfreude auf einen Dreier ausblasen können. Doch im Großen und Ganzen neutralisierten sich die Tabellennachbarn.

Spätes Schlotterbeck-Duell

Änderte sich nach der Pause. Gut, da war ein Kopfball von Lucas Höler, der Karius wohl chancenlos gelassen hätte. Doch der Ball senkte sich hinter dem Quergebälk aufs Netz und nicht rein. In die Maschen hingegen fand ein Kopfball von Gentner-Ersatz Grischa Prömel seinen Weg, der nach gut einer Stunde von Marcus Ingvartsen mustergültig bedient worden war (62.). Der erste Treffer nach 301 torlosen Minuten für die Köpenicker.

Wer sich übrigens auf ein Duell der Gebrüder Schloterbeck gefreut hatte, wurde weitestgehend enttäuscht. Erst nach 81 Minuten schickte Streich Keven auch ins Rennen. Natürlich auch, um dessen Kopfballstärke bei Standards mit einzubringen. Doch dazu kam es gar nicht mehr.  Union siegte erstmals im vierten Versuch in einem Punktspiel in Freiburg. So lässt es sich natürlich gut feiern. Alles ohne Max Kruse übrigens. Der saß die ganzen 90 Minuten auf der Bank.