Unions Niko Gießelmann (l.) – hätte zum Mann des Tages werden können.  imago/Matthias Koch

Sie waren die Helden des Tages beim torlosen Remis zwischen dem 1. FC Union und dem FC Augsburg. Beide auf Augenhöhe. Was manch eine Gazette zu dem schizophren anmutenden Kunststück verleitete, den Eisernen Keeper Andreas Luthe lautstark als Punktgewinner in den Überschriften zu feiern, und sein Gegenüber Rafal Gikiewicz dennoch für die Elf des Tages zu nominieren. Dabei hätte es nur einen Mann des Spieltages geben dürfen und den auf Köpenicker Seite: Niko Gießelmann!

Der Linksverteidiger der Eisernen war mit der auffälligste Kicker in der Alten Försterei. Die meisten Torschüsse abgefeuert (5), die meisten Kilometer abgespult (11,85 km) dazu die besten Zweikampfwerte des Spiels (69 Prozent). Viel hatte nicht gefehlt und der gebürtige Hannoveraner hätte über seinen diesmal seltsam blass gebliebenen Kollegen Max Kruse weiter frotzeln können. Der 29-Jährige hatte ja unlängst im Kicker verraten, dass er Unions Superstar schon den einen oder anderen Spruch reingedrückt hatte, weil der im Gegensatz zu ihm in der Liga noch torlos ist. 

Unions Gießelmann selbstkritisch

Mit seiner dritten Bude wäre Gießelmann wahrlich „Man of the Match“ geworden. Doch es hat nicht sollen sein. Was ihn ein bisschen wurmte. „Ich ärgere mich natürlich. Den ersten muss ich, glaube ich, reinmachen. Das ist der Unterschied von mir zu einem richtigen Stürmer“, so Gießelmann selbstkritisch.

„Die anderen sind so Kann-Dinger. Den gegen den Pfosten habe ich schon drin gesehen. Dann habe ich noch ’nen ganz guten Kopfball und noch ein Schuss in der zweiten Halbzeit. Ja, wäre schön gewesen, wenn ich einen reingemacht hätte, dann hätte ich unserer Mannschaft den verdienten Sieg erschossen. So gehen wir ein bisschen unzufrieden nach Hause“, meinte der Ex-Fortune vor den TV-Kameras von Sky.

Möhwald verletzt sich bei Union-Debüt

Ähnlich sah das übrigens Luthe, der sich am anderen Ende des Platzes schon das Hemd zum Jubeln rausreißen wollte beim Pfostentreffer und dann am Ende den Punkt als wertvoll einordnete. „Wir sind immer noch ungeschlagen. Das ist für Union Berlin ja nicht so schlecht“, so Unions Nummer eins. Die sechs Punkte, die bei der von Urs Fischer monierten Ineffizienz vor dem Tor, durchaus auch hätten acht sein können, lassen die Köpenicker nun mit einer großen Gelassenheit in die bevorstehenden englischen Wochen gehen.

Wenn es aber einen weiteren kleinen Wermutstropfen gibt, dann natürlich die frühe Verletzung von Kevin Möhwald. „Es ist was Muskuläres. Der Muskel hat zugemacht. Aber wir müssen noch mal mit der medizinischen Abteilung sprechen“, ließ Trainer Urs Fischer vorsichtig anklingen, dass die Zwangspause für den Ex-Bremer nicht zu lange ausfallen sollte. Wäre für den Spätankömmling bei den Köpenickern zu bitter, wenn er jetzt, wo er sich Stück für Stück an die Kollegen und das Spielprinzip der Köpenicker gewöhnt, wieder von vorne beginnen muss. Zumal ja jetzt auch noch die Abenteuerreisen im Europacup bevorstehen. Und auf die war er ja auch heiß.

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