Max Kruse im L.A.-Lakers-Shirt von Superstar LeBron James und Berkan Taz (r.) steigen in einen sündhaft teueren Sportwagen aus Zuffenhausener Produktion. Foto: Matthias Koch

Eins steht schon mal fest – ne Malocherkarre ist das nicht, mit der Max Kruse nach dem Training die Alte Försterei verließ. In Badelatschen und einem Shirt des Basketball-Superstars LeBron James (LA Lakers) kletterte Unions Hoffnungsträger zusammen mit Berkan Taz in einen quietschgelben Porsche 911 Targa 4 GTS und düste frohgelaunt davon.

Manch einer wird ein bisschen Bauchschmerzen bekommen, ob seine knapp 190.000 Euro schwere Luxuskarosse so recht zum beschaulichen Arbeiterklub-Image der Eisernen passt. Als ob sich hier einer zum Maxen macht, eben. Fakt ist aber eben auch, dass der Lebemann Max Kruse auf dem Platz richtig malocht hat für seine Kohle. Und wenn er nur halb so viel davon auf den grünen Rasen zu Köpenick zaubert wie zuvor auf seinen anderen Profistationen, möchte man ihm fast den alten NDW-Gassenhauer von Markus nachrufen: Gib Gas, wir wollen Spaß!

Vielleicht  ist der Top-Neuzugang des 1. FC Union ja schon am Sonnabend beim Ligastart gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr) dabei zu bewundern, wie er die PS auf den Rasen der Alten Försterei bringt. „Schau'n wir mal“, meinte der 32-Jährige auf die Frage nach seinem Debüt für die Eisernen.

Auch sein Trainer Urs Fischer bemühte am Donnerstag die bekannte Kaiser-Floskel –  allerdings nur auf die Frage nach einem Einsatz Kruses gleich in der Anfangsformation. „Ich schließe ein Debüt nicht aus.  Aber Startelf finde ich sehr euphorisch. Schauen wir mal, ob es in den Kader reicht“, sagte der Schweizer gewohnt zurückhaltend.

Max Kruse  rollt in Köpenick vom Hof. Foto: Matthias Koch

Das Training mit den Teamkollegen hatte der 32-Jährige wieder komplett absolvieren können. Sehr viel spricht also dafür, dass der ehemalige Nationalspieler nach seinem vom Vertragsstreit überschatteten Abschied von Fenerbahce Istanbul und der langwierigen Knöchelverletzung, die keinen Testeinsatz zuließ, zumindest als Wechseloption und Motivator im richtigen Moment bereit ist.

Zurückhaltung ist für Kruse also nicht gefragt. Denn dass er der Mannschaft helfen kann, Fahrt aufzunehmen, davon ist jeder in Köpenick überzeugt. Und wenn er die 385 PS von der Straße voll in den Union-Angriff powert, kann einem auch alles egal sein. Auch wenn das dann nicht mehr die alte Union ist. Aber vielleicht muss man sich im zweiten Jahr Bundesliga auch von einer Elf-Freunde-Romantik verabschieden und sagen, dass der Klub erwachsen werden muss. Ist in der Branche halt eher Alltag.