Petar Musa und Konkurrent Taiwo Awoniyi lernen sich schon mal kennen. Foto: Imago/Contrast

Kaum war er da, sorgte er erst mal für Verwirrung. Hieß es über Unions Last-minute-Neuzugang Petar Musa erst, er sei umfangreich getestet worden und dürfe bei den Eisernen normal mittrainieren, bestätigten die Köpenicker am Donnerstag dann, dass sich der Kroate, in enger Rücksprache mit dem Gesundheitsamt, in einer sogenannten Arbeitsquarantäne befindet. Heißt: Musa darf nur zwischen Hotel und Trainingsplatz pendeln, darf in der Kabine nicht bei seinen neuen Mannschaftskollegen sitzen. Alles halb so schlimm, erklärte Union-Sprecher Christian Arbeit aber dann: „Die Arbeitsquarantäne ist am Freitag ohnehin beendet und Petar reist mit uns nach Mainz.“

Bleibt nur die Frage, wie der Leihstürmer des tschechischen Meisters Slavia Prag den Eisernen helfen soll, wenn er doch im Sommer schon wieder weg ist? Immerhin haben die Unioner, auf ausdrücklichen Wunsch der Tschechen, keine Kaufoption. Zunächst mal, so Trainer Urs Fischer, als zusätzliche Option im Angriff. „Im Sturm waren wir zuletzt klar unterbesetzt“, erklärt der Schweizer und verweist auf die Verletzungen von Joel Pohjanpalo, der zuletzt gegen Mönchengladbach ein kurzes Comeback gab und Anthony Ujah, der am Mittwoch erneut operiert wurde und in dieser Saison wohl nicht mehr für die Eisernen spielen wird. „Ich bin jedenfalls froh, dass wir noch jemanden holen konnten.“

Zwar gesteht Fischer, dass er Musa bis zu seiner Ankunft nur von Videos kannte, doch der 1,90-Meter-Angreifer passt für einen Last-minute-Transfer überraschend gut ins Profil der Köpenicker – besser sogar, als in das seines Stammvereins. Denn während Trainer Jindrich Trpisovsky, wie Musa der kroatischen Seite tportal.hr erzählte, eher auf den Stil von Jürgen Klopp vertraut, der eher keinen Stoßstürmer von Musas Format benötigt, können die Eisernen die Kopfballstärke des kroatischen U-21-Nationalspielers, vor allem nach Eckbällen und Freistößen, bestens gebrauchen.

Außerdem gilt Musa in Tschechien als brutal effizient. Viele seiner 14 Saisontore aus dem Vorjahr erzielte der ausgezeichnete „Stürmer des Jahres“, dessen Vorbild Zlatan Ibrahimovic ist, als Einwechsler. Genau einen solchen Profi benötigen die Unioner, vor allem jetzt, wo es, wie Fischer sagt, „ans Eingemachte geht“. Da ist es dann auch nicht schlimm, dass Musa schon bald wieder in Prag stürmt.