Das tut richtig weh: Auf dem Rasen sind die Bayern zu Gast beim 1. FC  Union und die Alte Försterei ist leer. Foto: FC Union Pool/Pool via Witters

Der größte Vorteil dieser Sportart, die in Folge der Corona-Pandemie aktuell möglich ist und die in weiten Teilen mit Fußball artverwandt zu sein scheint, offenbarte sich gleich in der Halbzeitpause. Keine Schlangen vor dem Klo! Herrlich. Fünf Meter weiter wurde der Vorteil gleich wieder zum Nachteil. Keine Schlange am Bratwurststand, aber halt auch keine Bratwürste. Und die gehören doch genauso dazu wie die Molle und die Fans.

„Das macht so keinen Spaß. Die Fans fehlen einfach. Sie hätten die Saison abbrechen sollen“, brachte es ein Ordner auf den Punkt. Gefühlt hat er recht.

Der Ball rollt, aber dem Fan wurde etwas gestohlen. Ein Stück seiner Identität. Ein Stück seines elementaren Lebensgefühls. Dieses Geister-Gekicke ist nur ein Placebo. Kein Spiel der Leidenschaft mit der echten Pille.

Natürlich erwischte sich jeder im Laufe der Partie – ob an den Bildschirmen oder im gähnend leeren Stadion-Rechteck – irgendwie dann doch mal beim Mitfiebern. Weil die Eisernen beim 0:2 gegen den FC Bayern über weite Strecken ein sehr ordentliches Bild abgaben und den haushohen Favoriten mächtig ins Schwitzen brachten.

Doch Vorträge dieser Art, die uns voraussichtlich noch eine lange Zeit begleiten werden, sind nicht irgendwie dazu geeignet, irgendeinen für Fußball als Sport zu begeistern.

Da kann man auch Schach gucken. Da bleiben einem wenigstens die nicht zu überhörbaren Schmerzensrufe der Protagonisten bei Knochenkontakt erspart, die einem dröhnend in den Ohren nachhallen und immer gleich den Eindruck des Schlimmsten hervorrufen.