Ein leeres Olympia-Station - auch das gab es in der Corona-Pandemie schon. Im Moment wird in Berlin aber eher über Vollauslastung gesprochen, bei Union wird das Station am Samstag sogar schon wieder vollgemacht. City-Press GmbH

Inmitten der verschärften Corona-Lage in Deutschland könnte es für ungeimpfte Fußballprofis immer ungemütlicher werden. So häufen sich aus der Politik die Stimmen, die ein 2G-Modell (Geimpfte und Genesene) auch für Aktive in Betracht ziehen. Nach Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) äußerte sich nun auch der in der Bundesregierung tätige CSU-Politiker Stephan Mayer.

„Es ist aus meiner Sicht den Zuschauern nicht zu vermitteln, dass für sie und auf den Tribünen zu Recht die 2-G-Regel gilt, aber die Spieler auch ungeimpft am Spielbetrieb teilnehmen können“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag). „Deshalb halte ich eine Impfpflicht für Fußballprofis für vertretbar und geboten.“

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Corona im Profi-Fußball ist eine vielleicht unterschätzte Gefahr

Söder hatte 2G für den Profifußball als „sinnvoll“ beschrieben, auch wenn das rechtlich schwierig durchzusetzen sei. „Es ist ein lebensgefährliches Unterfangen, sich nicht zu impfen“, sagte Söder. Zuletzt hatte die Debatte um den ungeimpften Bayern-Profi und Nationalspieler Joshua Kimmich für Aufsehen gesorgt.

Kimmich verpasste zuletzt zwei Länderspiele und das 1:2 der Münchner beim FC Augsburg, weil er sich als Kontaktperson zweimal in Quarantäne begeben musste. Bayern-Trainer Julian Nagelsmann sagte am Freitagabend der ARD: „Ich weiß nicht, warum Profisportler jetzt eine Impfpflicht brauchen und andere nicht.“

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Dicht an dicht stehen die Fans im Stadion An der Alten Försterei auch heute Abend wieder beim Spiel des 1. FC Union gegen Hertha BSC. Die Corona-Gefahr spielt dabei immer mit. imago images/Nordphoto

Noch schneller und drastischer drohen Verschärfungen im Bereich der Zuschauer. Aber noch nicht überall. Angesichts der dramatischen Corona-Lage dürfen Kultur- und Sportveranstaltungen in Bayern nur noch in deutlich kleinerem Rahmen stattfinden. Söder sprach von einer Auslastung von maximal 25 Prozent an Zuschauern. Die 26 000 Fans, die noch am Freitagabend in Augsburg Bundesliga-Fußball sahen, werden sich zumindest in Bayern nicht so schnell wiederholen.

Sachsen verhängte angesichts der Lage sogar noch einschneidendere Maßnahmen und will Zuschauer im Profisport wieder untersagen. Das teilte die Regierung am Freitagabend noch vor einer abschließenden Kabinettssitzung mit und kündigte an, vom kommenden Montag an weite Teile des öffentlichen Lebens einzuschränken. Die Regelungen, zu denen auch Geisterspiele zählen, gelten zunächst bis zum 12. Dezember.

Im Profi-Fußball wird Corona oft unterschätzt

Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden kann demnach am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf noch vor Publikum spielen. Danach gibt es wieder Geisterspiele. Betroffen ist unter anderem Erstligist RB Leipzig, der am 28. November Bayer Leverkusen und am 11. Dezember Mönchengladbach empfängt. In der Champions League steht die Heimpartie gegen Manchester City am 7. Dezember auf dem Programm.

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Und in Berlin? Da empfängt der 1. FC Union heute (18.30 Uhr) Hertha BSC zum Derby. Das kleine Fußball-Schmuckkästchen Alte Försterei wird ausverkauft sein. Ein Stadt-Derby-Traum wird wahr - und dabei scheinen alle die eskalierende Corona-Lage zu ignorieren. Immerhin scheinen die Fans sich der Lage einigermaßen bewusst zu sein.

Die Organisation „Die Eisernen“ ruft auf, sich trotz geltender 2G-Regel (Geimpft und Genesen, Test sind nicht notwendig) freiwillig vor dem Spiel kostenlos testen zu lassen: „Auch als Geimpfter oder Genesener solltest du vor dem Besuch einen Test machen, das muss ja kein PCR Test sein, ein kostenloser Antigen-Schnelltest oder ein Selbsttest zu hause bringen auch mehr Sicherheit, du würdest dann quasi sogar 2G+ für dich anwenden“, heißt es auf Facebook.

Dem werden natürlich längst nicht alle der 22.000 Zuschauer nachkommen. Hoffentlich wird der Derby-Traum nicht zum Corona-Albtraum

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