Im Hinspiel lieferten sich Goncalo Paciencia und Marvin Friedrich ein heißes Duell. Foto: Imago/Poolfoto

Es ist so weit! Die Eisernen treten heute zur Bundesliga-Spitzenspielzeit um 18.30 Uhr zu einem Duell an, das bestenfalls einst mal Spitzenspielcharakter hatte. Ein trauriges Häufchen sind die Gäste vom FC Schalke 04 in diesem Jahr, abgeschlagener Tabellenletzter – eigentlich, bei allem Respekt, ein Pflichtsieg für das Team von Urs Fischer, das nach vier sieglosen Partien endlich wieder gewinnen will.

Die Schalker, einer der stolzesten Klubs im deutschen Fußball, sind die Enttäuschung der laufenden Saison, eilen von Niederlage zu Niederlage und sind bestenfalls ein dunkler Schatten der „Knappen“ von einst, die im Europapokal auffallend oft Inter Mailand, aber stets und ständig auch andere europäische Größen ärgerten. Doch selbst der eine Hoffnungssieg, der die Schmach des Bundesliga-Pleitenrekords von den Gelsenkirchenern abwendete – ein 4:0 gegen die TSG Hoffenheim – ist schon wieder sechs Spiele her. Seitdem gab’s nur ein mageres Remis gegen Werder Bremen. Fazit: Wer in dieser Saison nicht wenigstens einmal gegen die Schalker gewinnt, dem ist eigentlich auch nicht mehr zu helfen. Eigentlich.

Denn etwas anders sieht Unions Trainer Urs Fischer die Situation. „Ich denke schon, dass Schalke sich stabilisiert hat. Sie haben im Pokal und zuletzt gegen Wolfsburg gute Spiele gemacht. Gegen Wolfsburg hätten sie meiner Meinung nach eigentlich sogar gewinnen müssen.“ Stabilisiert? Da war doch was! Ähnliches sagte der Schweizer vor einer Woche vor der Partie gegen Mainz 05, das andere Enttäuschungsteam der Liga, ehe sich die Mainzer zu einer Willensleistung aufrafften und die Eisernen mit 1:0 besiegten.

Lob für Schalke-Gross

Vor allem von seinem Landsmann Christian Gross hält Fischer viel: „Er ist ein sehr erfolgreicher Trainer, vielleicht einer der erfolgreichsten in der Schweiz. Einer mit sehr, sehr viel Erfahrung. Er vertritt eine klare Haltung, ist hart und menschlich zugleich.“ Dank Gross, so Fischer, gelang es den Schalkern zuletzt, trotz fehlender Siege, den Kopf oben zu behalten. „Wenn sie in der Hinrunde ein Gegentor bekommen haben, ging bei ihnen nicht mehr viel. Das ist jetzt anders“, nennt er ein Beispiel.

Klar ist aber auch: So sehr die Eisernen die Gäste loben, so sehr sollten sie gegen die Schalker gewinnen. Leichter als gegen den schwer angeschlagenen Traditionsklub, das muss man leider so sagen, wird es in dieser Saison nicht mehr.