Das letzte Spiel mit Publikum: Union kickte Ende Oktober gegen Freiburg zuletzt vor Zuschauern. Normalerweise sind die Reihen nicht so gelichtet.  imago/Matthias Koch

Ein bisschen aufgeregt ist er ja schon. Und das nicht ohne Grund. René Hein gehört zu den 2000 Glücklichen. Zu den wenigen Unionfans, die eine Eintrittskarte für den Kick am Sonnabend gegen Leipzig (15.30 Uhr/Sky) haben. 

Am liebsten würde er sofort losmachen. „Wenn ich allein daran denke, wie Christian Arbeit beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung auf den Rasen läuft, da kriege ich jetzt schon Gänsehaut“, meinte der 41-Jährige.

Erstmals seit Oktober des Vorjahres dürfen bei Union wieder Zuschauer zum Spiel. Gegen Freiburg war letztmals live im Stadion. Das einzige, was ihn wurmt: „Meine Lebensgefährtin Anne kann nicht mit. Das ist so schade. Aber ich muss trotzdem hin“, so René, der seit 2015 Mitglied ist und durch seine künftige Frau – in knapp zwei Wochen wird geheiratet – zu den Eisernen kam. „Die ist schon viel länger Unionerin als ich“, so René.

Abseitsfalle fällt aus 

Nun zählt er die Sekunden bis Samstag. Und vorher gilt es ja noch, einen Test auf Corona zu machen. „Ich denke, ich gehe zeitig los. Sonst treffen wir uns bei Spielen ja immer erst vor der Abseitsfalle“, muss der bei der Bahn als Schienenfahrzeugelektroniker Beschäftigte auf gewohnte Rituale verzichten. Zumindest weiß er schon, was er anzieht. „Mein Parensen-Trikot. Passt doch. Es werden ja auch diesmal einige Jungs verabschiedet“, so Hein.

Nun heißt es noch früher aufbrechen als sonst. „Mal sehen, wie groß der Andrang bei Unions Teststation ist“, so Hein, der sich noch nicht ganz schlüssig ist, ob er die verlängerten Öffnungszeiten am Fanhaus am Vorabend des Kicks nutzen wird. „Der Test darf ja nicht älter als 24 Stunden sein“, meint Hein, der bislang nur eine Erstimpfung besitzt.

René und seine Anne auf Auswärtstour in Bremen: Sie darf leider am Sonnabend nicht mit rein ins Stadion. Foto: Zur Verfügung gestellt 

Ganz alleine wird er übrigens nicht im Stadion sein. Sein Kumpel Jürgen Armbrüster aus Lübeck gehört auch zu den Glücklichen, die ein Ticket ihr Eigen nennen. Mit ihm wird Hein dann Union zum Sieg zu schreien gegen Leipzig. „Unser Torjubel wird auch hinter den Masken zu verstehen sein“, ist er sich sicher. 

Und wenn es nicht klappt? „Dann werden wir sie trotzdem abfeiern nach dieser grandiosen Saison“, so Hein unmissverständlich.