Union-Boss Dirk Zingler erklärt Bundestrainer Hansi Flick auf der Tribüne, was die Alte Försterei ausmacht. Das konnte er dann gegen die Bayern 90 Minuten lang selber erleben.  imago/Contrast

Wer auch immer an diesem Wochenende die Bundesliga nicht verfolgt hatte und sich am Sonntag nur die nackten Zahlen reinzog, der musste zu dem Schluss kommen, dass der 1. FC Union vom angefressenen Branchenprimus aus München böse verprügelt worden sei. Fünf Dinger kassierten die Köpenicker. Und das unter den Augen von Bundestrainer Hansi Flick. 

So viele Gegentore in der heimischen Alten Försterei?  Da muss man schon tief in den Annalen blättern, um fündig zu werden. Zwei Pokalpleiten - dazu noch ohne eigenen Treffer - sind da notiert aus grauen Vortagen. 2003 gegen Bayer Leverkusen. Sieben Jahre später gegen Weder Bremen. Im Ligabetrieb muss man sogar bis in die 80er zurückgehen. Dynamo Dresden triumphierte im November 1987 mit einem 5:1 in der Alten Försterei.  

Doch wer zu den Glücklichen gehörte, die diesen Sonnabend im Stadion verbringen durften, sah ein anderes Bild. Sicher, der Sieg der Bayern geht vollkommen in Ordnung. Aber er war zu hoch. Denn die Köpenicker trugen ihr Scherflein mit dazu bei. Vor allem, weil sie in den ersten 30 Minuten der Partie nicht griffig genug waren. Als „mutlos“ bezeichnete Manager Oliver Ruhnert diese Phase am Sonntag im Doppelpass. Es war mitnichten die totale Dominanz des Rekordmeisters, die für diese Pleite sorgte. 

Bayerns Thomas Müller adelt Union

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Zwei Tore nach Standards, die ersten der Spielzeit übrigens. Und der Ball zum 0:2 schlug auch noch im Torwarteck ein nach einem Freistoß. Kategorie individueller Fehler also. Dazu kamen zwei Gegentreffer nach Kontersituationen, als die Hausherren mächtig drückten. Alles verschmerzbar. „Man muss auf dem Boden bleiben, das war Bayern München“, erklärte Union-Kapitän Christopher Trimmel. 

Was bemerkenswert war, war die Art und Weise, wie sich die Eisernen gegen die Pleite stemmten und die Münchner in Bedrängnis brachten. „Wir haben ein dominantes Spiel gemacht. Dann kam das typische Union-Gesicht. Sie geben nie auf“, adelte Thomas Müller, der an vier der fünf Bayerntreffer beteiligt gewesen war, die Eisernen.

Mund abputzen, weitermachen, heißt die Devise. Denn Union hat in dieser Spielzeit erst zweimal verloren! Und das gegen Dortmund und Bayern. Also die Ligabesten!

Luthe ist stolz auf Union-Fans

Drin! Andreas Luthe streckt sich vergeblich. Einer von fünf Gegentreffern. Aber das wirft Union nicht um. City-Press/Matthias Renner

Es war keiner gram im Stadion nach der Pleite. Torhüter Andreas Luthe stolz: „Die Zuschauer haben uns nach dem Spiel gefeiert, obwohl wir 5:2 verloren haben. Sie haben gesehen, dass wir alles aufgewendet haben. Alles probiert haben. Das ist einzigartig bei Union. Die Fans erkennen an, was wir hier aufwenden müssen und dass es für uns mit einer Niederlage gegen Bayern trotzdem weitergeht.“

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