Marvin Friedrich bejubelt seinen Treffer zum 3:0 gegen Mainz. 
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Früh übt sich, wer ein Großer werden will. Gilt so auch für Unions Abwehrchef. Aus dem könnte mal Friedrich der Große werden. Marvin hat mit Sicherheit das Zeug dazu. 

Zuletzt machte er in einer Disziplin auf sich aufmerksam, die nicht zu seinen vordergründigen Aufgaben gehört. As Torjäger! Gegen Mainz traf er beim 4:0. Da fehlt ihm noch eine Bude, um auf Vorjahresstand zu kommen. „Das habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen. Bei meiner Größe, muss ich torgefährlicher werden“, meinte der 1,92 Meter große Innenverteidiger und schob scherzhaft nach: „Gut, dass ich dieses Jahr so früh damit angefangen habe.“ So verbleiben ihm noch 31 Partien um seinen Bestwert zu knacken.  

Friedrich mausert sich. Was auch die Statistik untermauert. Eine Zweikampfquote von 63,2 Prozent sind ein sehr ordentlicher Wert für einen Abwehrspieler. 0,3 Fouls in durchschnittlich 90 Minuten zeugen auch davon, dass er ein gutes Stellungsspiel besitzt und nicht immer nur die rustikale Grätsche auspacken muss. Auch wenn ihm das gegen Mainz in der zweiten Halbzeit hervorragend gelang. „In solchen Momenten darf man gar nicht erst nachdenken. Sonst kommt man den Bruchteil einer Sekunde zu spät“, zeigte er sich auch in der Reflexion von Spielsituationen deutlich gereift.  

Wir fahren nach Schalke, um zu punkten

Unions Abwehrboss Marvin Friedrich

Mit einem Jahr Bundesliga auf dem Buckel hat sich die Brust der Köpenicker geweitet. Es ist nicht alles mehr Neuland. Deshalb fühlen sich die bisherigen vier Zähler - mehr hatte Union im Vorjahr auch nicht nach drei Spielen - dennoch besser an. „Der Verein entwickelt sich weiter, die Mannschaft auch“, meint der gebürtige Kasseler. Er hätte getrost auch sagen können, dass dieses auch für ihn gelte. Stammspieler in Liga zwei. In allen 34 Punktspielen. Und auch in den beiden Relegationskicks stand er seinen Mann. Im Vorjahr absolvierte er 31 Partien in Deutschlands Eliteklasse.

Auch jetzt ist er wieder zentraler Baustein von Unions Hintermannschaft. Doch damit will er sich nicht begnügen. „Luft nach oben ist immer“, zeigte er gewohnten Ehrgeiz. Aber derzeit überwiegt das gute Gefühl. Und das soll bis zum Duell auf Schalke („Für mich immer noch ein besonderes Spiel. Schalke ist ein großer Verein. Ich verdanke ihm viel.“)  anhalten. Das Selbstvertrauen dafür ist natürlich da. „Wir fahren da hin, um zu punkten“, sagte der 24-Jährige. Damit aus dem guten Start ein sehr guter wird ...