Fredrik Rönnow, Nummer 1 im Tor des 1. FC Union, kann nach seinem Patzer dem Ball nur noch hinterherschauen. Zum Glück für die Eisernen flutschte die Kugel über die Latte.
Fredrik Rönnow, Nummer 1 im Tor des 1. FC Union, kann nach seinem Patzer dem Ball nur noch hinterherschauen. Zum Glück für die Eisernen flutschte die Kugel über die Latte. Imago/Matthias Koch

Müde war er am Tag danach. „Wenn man nach Abendspielen spät nach Hause kommt, dann kann ich nicht sofort einschlafen“, verriet Frederik Rönnow, die Nummer 1 beim 1. FC Union, nach dem 1:0-Sieg in der Europa League gegen Sporting Braga, durch den die Eisernen die Portugiesen von Platz zwei in Gruppe D verdrängt hatten. Eigentlich hätte so etwas erfrischen sollen. Mental zumindest. Doch da ist sein Junior. Der steht am nächsten Morgen immer auf der Matte und fordert von Papa sein Recht. Egal wie unausgeschlafen der auch sein mag.

Vielleicht das größte Problem, dass der Däne derzeit hat. Sportlich läuft es blendend. Wozu auch Rönnow nicht unwesentlich beitrug. Wettbewerbsübergreifend hielt er schon achtmal seinen Kasten sauber. Bei insgesamt 16 Einsätzen also in jedem zweiten Spiel. Kann sich sehen lassen. 

Das Überwintern im DFB-Pokal und in Europa steht fest. Nur noch die Frage ob Playoffs zur Conference League oder zum Verbleib in der Europa League bedarf noch der finalen Klärung. Die steht kommende Woche in Belgien an, wenn der 1. FC Union beim Gruppenersten und Namensvetter Royal Union St. Gilloise gastiert (21 Uhr). 

Rönnow befasst sich noch nicht mit dem Duell St. Gilloise gegen den 1. FC Union

Und weil das noch so weit hin ist und der Union bekanntlich sich immer nur mit der nächstanstehenden Aufgabe beschäftigt – das ist am Sonntag Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr, Dazn) – wollte der dänische Keeper nicht groß über die Ausgangslage in der Europa League sprechen. Eins nach dem anderen eben. Jetzt geht es wieder darum, die Tabellenführung zu verteidigen. 

Worüber man aber reden muss, ist eine Szene in Minute 90, bei der der Alten Försterei der Atem stockte. Ein Schuss von Ricardo Horta rutsche ihm durch die Finger und wie durch ein Wunder ging der Ball dann doch noch über die Latte. Die Erleichterung war Rönnow im Gesicht förmlich abzulesen.

„Ich kann mich nicht daran erinnern“, scherzte der Däne, der sich gerne auch mal mit seinem Landsmann und Herthas Nummer 1 Oliver Christensen in der Stadt auf einen Kaffee trifft. Mag die Stimmung zwischen den Blau-Weißen und den Rot-Weißen nicht die beste sein, zwischen den Keepern stimmt es. 

1. FC Union: Rönnow mit Selbstvertrauen und ein bisschen zu viel davon

Dann kam Rönnow doch auf die Situation zurück. „Ich wollte den Ball zunächst einfach wegfausten. Und dann hatte ich wohl ein wenig zu viel Selbstvertrauen und wollte ihn fangen. Wenn du als Keeper einen Fehler machst, siehst du immer blöd aus. Zum Glück ist der Ball nicht reingegangen“, so der 30-Jährige. Der Grad zwischen gefeierten Held und Depp des Spiels ist bei Torhütern immer sehr dünn. 

Beim nächsten Mal wird Rönnow wieder die sicherere Variante wählen. Unnötiges Risiko muss ja nicht sein. 

Den Kopf hätte ihm keiner abgerissen. Man gewinnt und verliert in Köpenick als Team zusammen. Aber jedem war klar, was das für die Europa League bedeutet hätte. Dann hätten die Portugiesen es in der eigenen Hand gehabt und nicht die Köpenicker. 

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