Florian Hübner absolvierte in Hoffenheim sein erstes Saisonspiel. Foto: imago-images/Matthias Koch

Manchmal ist es schon irgendwie traurig, wie das Geschäft Fußball so funktioniert. Da hält einer seine Knochen hin und gibt alles dafür, dass der 1. FC Union in die Bundesliga aufsteigt – und darf am Ende doch nicht an den Festspielen in der Beletage teilnehmen.

Gut, ganz so drastisch ist es bei Florian Hübner nicht. Der 29-Jährige absolvierte in der Bundesliga-Premierensaison der Köpenicker immerhin elf Partien, doch so richtig etablieren konnte er sich doch nie in der Startelf. Immer wieder rutschte er rein, dann wieder raus, dann wieder rein. Ein Hin und Her, das den gebürtigen Wiesbadener schon damals nervte.

In dieser Saison ist es für Hübner noch schwieriger. Anders als im Vorjahr konnte er die Vorbereitung verletzungsfrei absolvieren, fühlte sich stark, gut, bestens gerüstet. Doch erst am vergangenen Montag, beim 3:1 der Eisernen in Hoffenheim, feierte er sein Saisondebüt.

„Ich habe mich gefreut, wieder spielen zu dürfen, und war auch zufrieden mit meiner Leistung“, resümierte Hübner nach dem Sieg, der „mehr als schwer“ war. Doch merkte man ihm einen gewissen Schwermut darüber an, dass der erste Einsatz dann doch so spät kam und in den Sternen steht, wie viele da jetzt noch folgen.

„Ich hatte schon in der Vorbereitung damit zu kämpfen, dass ich hintendran war. Das kann ich ehrlich zugeben“, gestand der Innenverteidiger, der mit Marvin Friedrich, in der Aufstiegssaison noch so etwas wie sein „Lehrling“, sowie Robin Knoche und Nico Schlotterbeck leistungs- und formstarke Konkurrenz hat.

„Natürlich ist meine Situation, die wenige Spielzeit, nicht zufriedenstellend, und da ist auch Frust dabei. Wenn ich den in einer solchen Situation nicht spüren würde, wäre ich im falschen Beruf“, erklärte er, wollte seinen Missmut aber in keiner Weise als Trainer-Kritik verstanden wissen. „Man muss auch hervorheben, dass der Trainer die richtigen Personalentscheidungen getroffen hat, weil es ja offensichtlich gut läuft.“

Überhaupt kann von einer unangenehmen Funkstille zwischen Coach und Abräumer keine Rede sein. „Wir haben einen regelmäßigen Austausch und ich habe weiterhin auch das Gefühl, dass ich ein wichtiger Spieler für den Trainer bin“, erklärte Hübner. Doch wie lange ihm, der mit 29 im besten Fußballalter ist, dieser Status reicht, weiß er selbst noch nicht so genau.

„Natürlich beschäftige ich mich immer auch mit meiner Zukunft. Aktuell ist das noch kein Thema, weil wir gerade einmal den sechsten Spieltag absolviert haben und ich da auch in der Startelf stand“, beschwichtigte Hübner, merkte aber auch an: „Ich möchte im Laufe der Saison gerne auf meine Spielzeit kommen und werde dann schauen, wie es weitergeht.“

Verständlich. Im kommenden Sommer läuft sein Vertrag aus, Hübner hat Erfahrung und darüber hinaus eine nicht zu bestreitende Qualität. Für ihn wäre es bitter, sich die nächsten Jahre auf der Bank einzufinden, wenn er anderswo regelmäßig spielen könnte. Schade wäre ein Abgang des Aufstiegshelden dennoch allemal. Aber so läuft es eben im Fußball ...