Aus Rotterdam lernen, heißt Siegen lernen: Diesmal wollen es Grischa Prömel, Taiwo Awoniyi & Co. besser machen als bei Feyenoord. imago/Matthias Koch

Einmal werden sie noch wach, heißa dann ist Heimflugtag! Es geht zurück nach Berlin für den 1. FC Union. Seit Mittwoch sind die Eisernen auf Reisen. Aus Rotterdam ging es direkt ins Schwabenland, wo an diesem Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) noch das Treffen mit dem VfB Stuttgart auf dem Programm steht. Doch dann heißt es endlich: Heimat, du hast uns wieder.

Es waren heftige Tage für die Köpenicker. Weniger auf dem Feld als drumherum. „Natürlich kriegt die Mannschaft das auch mit. Vielleicht nicht direkt beim Spiel, aber hinterher“, so Trainer Urs Fischer. Mittelfeldspieler Grischa Prömel war ja persönlich, wenn auch nur indirekt betroffen von dem überharten Vorgehen der Rotterdamer Polizei gegenüber den Union-Fans. Sein Bruder Paul war mit im Kessel vor dem Stadion. Zum Glück blieb er unversehrt. Was ja nicht alle Anhänger der Eisernen von sich behaupten können. 

Arbeit: Es gab Lob für das Verhalten der Union-Fans in Rotterdam

Zu Ende ist das Kapitel noch lange nicht. „Direkt am Spieltag hat es eine erste Auswertungssitzung direkt vor Ort gegeben. Herausgehoben worden ist dabei, wie gut die Unioner sich vor Ort verhalten haben. Weil sie einfach trotz des blockierten Einlasses ruhig geblieben sind. Aber es wird noch weitere Untersuchungen geben. Das wird uns noch alles etwas beschäftigen“, ließ Unions Pressesprecher Christian Arbeit einen Blick hinter die Kulissen zu. 

Der Blick nach vorne stand natürlich trotzdem auf dem Programm. Stuttgart sei eine tolle junge Truppe, die über eine gute Mischung aus Robustheit und Spielwitz verfüge. Die aber auch immer wieder spielerische Lösungen sucht. Zudem sehr variabel spielt. Da wird, laut Fischer, auch mal mit langen Bällen gearbeitet und über den zweiten Ball auf die schnellen Außenspitzen agiert, die sich zutrauen in ein Eins-gegen-eins zu gehen, so die Gegneranalyse des Union-Trainers.

Stuttgart ist wie Feyenoord

Worte, die wie eine Blaupause der Beschreibung von Feyenoord Rotterdam wirken.  Gewisse Ähnlichkeiten sind durchaus vorhanden. Stuttgart habe vielleicht etwas mehr Körperlichkeit. Gerade auch im Zentrum, räumte Fischer ein, der es dabei aber mit den Analogien zum Spiel in Holland auch bleiben lassen möchte. Denn es käme darauf an, dass Union wieder „sein Gesicht“ zeige. Eben das, was bei Feyenoord ein wenig unter den Tisch gefallen sei.  

Dort hatte übrigens erst mal in dieser Saison die zweite Welle der Eisernen nicht wirklich für Schwung sorgen können. Was Fischer nicht überbewerten wollte. „Auch die Auswechselspieler profitieren ja davon, wenn es im Spiel läuft. Sonst ist es auch für die schwierig, ins Spiel reinzufinden“, so der Schweizer.

Also alles halb so wild. „Man muss jetzt nicht ein Drama daraus machen. Die Mannschaft hat es zuvor zu gut gemacht, als dass man jetzt mit zu viel Kritik über sie herfallen sollte. Man muss  ihr auch mal ein schwächeres Spiel zugestehen“, forderte der  55-Jährige. Unter einer Voraussetzung aber: „Jetzt heißt es: wieder aufstehen, Mund auswischen, besser machen.“

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