Andreas Luthe ist geschlagen, Siegtorschütze Cyriel Dessers  (r.) dreht jubelnd ab.  imago/Matthias Koch

Union, nun wird es ganz schwer mit dem Traum vom Überwintern in Europa. Die Eisernen verlieren im mit 30.000 Besuchern ausverkauften Olympiastadion mit 1:2 (1:1) gegen Feyenoord Rotterdam. Jetzt helfen nur noch Siege in den beiden ausstehenden Partien  in Haifa und gegen Slavia Prag, das 1:0 gegen die Israelis gewann. 

Es begann mit Pyro im Gästeblock. Dichte Rauchschwaden durchwaberten das Olympiastadion.  Der Anpfiff fast zwei Minuten verspätet. Als es losging, brannten prompt die nächsten Fackeln. Die dann auch noch auf die Laufbahn zwischen die dort postierten Ordner geschleudert wurden. Feyenoords Anhang präsentierte sich von seiner üblen Seite.

Trimmels Tor macht Hoffnung

Auch auf dem Rasen hatte Feyenoord in den ersten Minuten Oberwasser. Selbst wenn Sheraldo Becker nach einem Stockfehler der Rotterdamer Abwehr die erste und sogar dicke Chance für die Eisernen liegen ließ (6.). Doch als die Eisernen so langsam in die Partie rein fanden, schlugen die Niederländer zu. Erst schien der Pfosten zu retten nach dem Versuch von Bryan Linssen, doch Luis Sinesterra schob den Abpraller ungehindert in die Maschen zum 0:1 (15.).  Auch weil Christopher Trimmel zu früh abgeschaltet hatte. 

Doch der eiserne Capitano machte alles wieder gut, als er kurz vor der Pause mit einem satten Huf den Ausgleich erzielte (41.). Nicht unverdient, denn gegen Ende der ersten Hälfte hatten die Köpenicker stark auf die Tube gedrückt. 

Luthes Patzer lässt Union auf Verliererstraße geraten 

Starker Beginn der Eisernen nach Wiederanpfiff. Union nun viel griffiger und mit vielen Szenen nach vorne. Die Hausherren wollten die Partie vollends umbiegen.

Flammendes Inferno im Gästeblock.  City-Press/Matthias Renner

Doch dann patzte ausgerechnet der sonst so solide Andreas Luthe. Nach einem Rückpass rutschte der Keeper der Eisernen im eigenen Sechzehner weg, versucht vergeblich noch den Ball noch mit der Hand zu stoppen. Der gerade erst eingewechselte Cyriel Dessers war zur Stelle und bedankte sich. Die erneute Gästeführung nach 72 Minuten. Bitter. Und unverdient zu diesem Zeitpunkt.

Aus der Mannschaft kam kein Vorwurf an Luthe. Man fasste sich eher an die eigene Nase. „Andi spielt ne überragende Saison. Ist unser Rückhalt. Fehler passieren halt. Dieser Platz war sehr schwer zu bespielen. Am Ende muss man vielleicht sagen, dass wir vielleicht nicht ganz so viel zum Torwart spielen sollten, aber hinterher ist man immer schlauer“, sagte ein bitter enttäuschter Marvin Friedrich. 

Und zu allem Überfluss kassierte Trimmel auch noch die Ampelkarte (87.), weil er nach einer missliebigen Schiri-Entscheidung wütend den Ball auf den Boden schleuderte. Cedric Teuchert sah dann auch noch Rot (89.), weil er im Fallen den über ihn hinwegspringenden Malacia trat, was der Unparteiische als Nachtreten wertete. Saublödes Ende eines saublöden Abends. 

Das Spiel im Stenogramm: 

Union: Luthe - Jaeckel (77. Prömel), Knoche, Friedrich - Trimmel, Öztunali (83. Teuchert), Rani Khedira (77. Voglsammer), Haraguchi, Puchacz (83. Gießelmann) - Becker (59. Awoniyi), Behrens. - Trainer: Fischer

Rotterdam: Bijlow - Geertruida, Trauner, Senesi (83. Hendriks), Malacia - Aursnes, Orkun Kökcü, Til - Toornstra (74. Pedersen), Linssen (64. Dessers), Sinisterra. - Trainer: Slot

Schiedsrichter: Daniel Stefanski (Polen)

Tore: 0:1 Sinisterra (15.), 1:1 Trimmel (41.), 1:2 Dessers (72.)

Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)

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