So jubelten Feyenoords Guus Til  und Alireza Jahanbakhsh (r.) beim Weiterkommen in den Play-offs gegen den schwedischen Vertreter Elfsborg Boras. imago/APN

Es gibt sicherlich nicht so viele Menschen im Umfeld des 1. FC Union, denen der Termin an diesem Freitag in Istanbul, wo die Gruppenphase der Conference League ausgelost wurde, herzlich egal war. Gut, egal, ist vielleicht das falsche Wort. Aber Urs Fischer, seines Zeichens ein bekennender Pragmatiker, hatte nach dem torlosen Remis gegen den finnischen Pokalsieger und aktuellen Meisterschaftszweiten Kuopion PS andere Prioritäten. „Sie haben mich beim TV gefragt, auf wen ich hoffe. Ich habe da keinen Wunsch und nehme das ganz entspannt. Und ich weiß nicht mal, ob ich überhaupt dazu komme, das zu schauen“, hatte der Schweizer noch im Olympiastadion verkündet.

Das hatte wenig mit Ignoranz zu tun, sondern war einfach der Tatsache geschuldet, dass der 55-Jährige bei aller Freude über das Erreichte immer nur die nächste Aufgabe im Blick hat. Und da steht ja am Sonntag schon die Heim-Aufgabe gegen Borussia Mönchengladbach an (15.30 Uhr, Alte Försterei). „Wir haben wenig Zeit. Das ist neu für uns“, gab Fischer zu Protokoll. Selbst der Klub hatte ja keinen Vertreter in die türkische Hauptstadt entsandt, wie Pressesprecher Christian Arbeit vor dem Play-off-Match gegen die Finnen verraten hatte.

Das heißt natürlich nicht, dass man sich bei den Eisernen nicht mit der Auslosung beschäftigen würde. Aber alles zu seiner Zeit. Und vor allem jeder an seinem Platz. Fischer auf dem grünen Rasen. Die Vereinsangestellten nebst dem Präsidium eben mit dem Drumherum.

Zwei amtierende Meister, ein Tabellenführer zu Gast im Olympiastadion

Und das sind die Knaller, die Union demnächst im Olympiastadion bespielen muss und darf(!): Hollands Spitzenreiter Feyenoord Rotterdam, Tschechiens Doublegewinner Slavia Prag und Israels amtierender Meister Maccabi Haifa. Der größte Vorteil: Zweimal muss Union gar nicht so weit reisen. 

Manager Oliver Ruhnert freut sich auf das Kommende, auch wenn er die Gruppe E als die schwierigste von allen bezeichnete: „Das kann man schon so sagen, wenn man die Auslosung gesehen hat heute. Ein Topteam aus Holland, das im Moment ganz, ganz großartig spielt. Slavia, seit gefühlt ewigen Zeiten in der Champions League und in der Europa League immer wieder dabei. Ein ganz, ganz starkes Team aus Israel mit Maccabi.“

Chancenlos sehen sich die Köpenicker dennoch nicht. „Wir haben wirklich, glaube ich, die schwierigste Gruppe erwischt. Aber Union Berlin ist auch nicht einfach zu bespielen. Ich glaube, die anderen haben auch ein bisschen Respekt, uns bespielen zu müssen“, so der 49-Jährige weiter.

Los geht es am 16. September. Mit den zeitgenauen Ansetzungen wird die Uefa erst am Sonnabend rausrücken. Doch Vorfreude herrscht schon jetzt. Und das Ziel ist es, in die K.-o.-Runde einzuziehen. „Wenn uns ein guter Tag gelingt, ist alles möglich. Aber wir brauchen davon mehrere, um die Gruppe zu überstehen“, meinte Ruhnert.

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