Sozusagen die Abseitsfalle der St.-Gilloise-Fans: Die Union-Taverne gegenüber dem Stade Joseph Marien.
Sozusagen die Abseitsfalle der St.-Gilloise-Fans: Die Union-Taverne gegenüber dem Stade Joseph Marien. ZVg

Unionfans in Belgien – und alle Welt wartete darauf, was passieren würde. Denn am Vorabend hatten die Eisernen ja Klage eingereicht gegen den Erlass des Bürgermeisters von Heverlee, der ein 24-stündiges Begehungsverbot für die Provinz Leuven angeordnet hatte. Im Laufe des Tages machten sich mehrere Hundert Fans der Eisernen auf nach Belgien. Und während man wartete, was das Gericht entscheiden würde, machten sie es sich so richtig gemütlich.

Die belgische Polizei hatte angedroht, dass jeder deutsche Staatsbürger, der am Spielort angetroffen würde, mit einer Festnahme zu rechnen habe. Man wollte eine Versammlung vor dem Stadion King Power at Den Dreef verhindern, weil man mit Unruhen rechnete.

Frankfurt gewann einen ähnlichen Rechtsstreit

Bei Eintracht Frankfurt war seinerzeit dieses Vorgehen der Stadt Marseille im Jahre 2018 als rechtswidrig verurteilt worden. Allerdings drei Jahre und drei Monate nach dem Spiel.

Als der 1. FC Union so gegen 16.15 Uhr twitterte, dass noch immer keine Entscheidung des Gerichts eingetroffen sei, saßen viele Fans der Rot-Weißen bei einer Molle in der Union-Taverne gegenüber von St. Gilloises eigentlicher Heimstätte, dem Stade Joseph Marien in der Gemeinde Forest. Eine Stadionführung gab es für manche obendrauf. 

Fans von Royale Union St. Gilloise beim „Vorglühen“.
Fans von Royale Union St. Gilloise beim „Vorglühen“. ZVg

Auch die Anhänger von St. Gilloise zeigten sich locker, kamen mit den Eisernen ins Gespräch. Zumeist war man aber, um nicht groß aufzufallen, ohne Vereinsinsignien unterwegs. Manche waren auch gleich in Brüssel geblieben, wollten gar nicht erst groß Gefahr laufen, in eine Konfrontation mit den Ordnungshütern zu geraten, die sich tagsüber sehr zurückgehalten hatten.

Dennoch machten sich einige Wagemutige dann doch auf in Richtung King Power at Den Dreef. Immer in der Hoffnung, dass man halt von außerhalb sich lautstrak bemerkbar machen und das Team anfeuern könnte. Auch da gab es zunächst keine Komplikationen. 

Rund eineinhalb Stunden vor dem Spiel gab Union dann bekannt, dass der Staatsrat, das oberste belgische Verwaltungsgericht, die Klage der Eisernen abgewiesen. Damit bleibt das Betretungsverbot für Leuven bestehen. 

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