Altvertrautes Bild, falsche Farben: Rafal Gikiewicz wurde für Augsburg zum Mann des Abends.  Foto: imago images/Matthias Koch

Irgendwie bin ich bedient. Natürlich kann man nicht alle Spiele gewinnen. Und die erst vierte Niederlage der Spielzeit wirft den 1.FC Union mit Sicherheit nicht um. Und doch: Diese Pleite in Augsburg drückt aufs Gemüt.

Liegt nicht mal daran, dass ausgerechnet Rafal Gikiewicz zum Spielverderber wurde. Geschenkt. So issa halt, der Fußball mit seinen ureigenen Geschichten. Liegt auch nicht daran, dass die Tuchfühlung auf Platz vier und das Festbeißen auf Platz fünf misslang. Auch der Absturz auf die achte Position im Ligatableau, weil Frankfurt und Gladbach einen überflügelten, tat nicht weh. Diese Truppenteile sind nun mal wesentlich besser aufgestellt als Union. Muss man akzeptieren. 

Was mich hingegen störte, war neben dem Unparteiischen, der wirklich nicht Gold, aber auch nicht an der Niederlage schuld war, dass die Pleite total selbstverschuldet war. Augsburg war doch nicht wirklich besser. Und hey, das war nicht Bayern. Nicht Dortmund oder Leverkusen. 

Union war nicht am Limit

Nur Augsburg eben. Nur zwei Mal glücklicher, weil Union sich wohl Bayerns Defensivverhalten der letzten Wochen zum heimlichen Vorbild genommen hatte. Sie wissen schon, hoch stehen und sich dann - so geschehen beim 0:1 - überlaufen lassen. Oder bei eigenem Ballbesitz den Gegner mal flugs zu einem Konter einladen, wie beim 1:2, weil ja Brustpässe neuerdings der letzte Schrei sind. Und ich will auch nicht groß damit anfangen, dass Hereingaben in den Strafraum gerne auch mal zum eigenen Mann gespielt werden dürfen. Doch, doch! Ist erlaubt. Hatte ich die zweiten Bälle schon erwähnt?

Mich störte vor allem, dass ein riesiger Unterschied in der Art und Weise des Auftretens war im Vergleich zum Leipzig-Spiel. Dort wurde auch verloren, ja. Aber anders. Man zwang RB dazu, selber ans Limit gehen zu müssen. Davon war in Augsburg nichts zu sehen. Ans Limit kamen die Köpenicker in den ganzen 90 Minuten nicht wirklich ran. 

Ein Kollege versuchte mich in der Redaktionskonferenz zu trösten. Es laufe doch alles nach Plan. Union habe in der Hinrunde gegen Augsburg verloren und danach starke 28 Zähler eingefahren. Genauso werde es wieder laufen.