Rafal Gikiewicz musste Unions Sheraldo Becker vor dem 0:1 ziehen lassen. Sonst hätte Augsburgs Keeper Rot riskiert.
Rafal Gikiewicz musste Unions Sheraldo Becker vor dem 0:1 ziehen lassen. Sonst hätte Augsburgs Keeper Rot riskiert. City-Press/Florian Pohl

Noch immer ist die Alte Försterei so etwas wie sein Wohnzimmer. Auch wenn er mittlerweile seine Brötchen in Augsburg verdient. Um nichts in der Welt hätte Rafal Gikiewicz den Kick beim 1. FC Union verpassen wollen. „Ich weiß doch wie geil es ist, in der Alten Försterei zu spielen“, sagte Gikiewicz. Dabei stand sein Einsatz auf der Kippe.

„Ich habe die ganzen letzten fünf Wochen nicht mit der Mannschaft einmal richtig trainieren können. Auch heute morgen wusste ich noch nicht, ob ich spielen kann“, verriet der 1,90 Meter große Schlussmann nach dem 2:2 seiner Fuggerstädter in Köpenick. Mehrere Wochen war der 35-Jährige mit Oberschenkelproblemen ausgefallen, erst in dieser englischen Woche wieder beim FCA gegen Frankfurt in den Kasten gerückt. Offenbar da aber auch nicht ganz beschwerdefrei.

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Wie das Spiel war auch das Urteil von Gikiewicz salmonisch geteilt. Beim 0:1 durch Sheraldo Becker gab er beim Herauseilen eine ganz schlechte Figur ab. „Das Ding nehme ich auf meine Kappe. Ich dachte, dass ich vor ihm an den Ball komme. Ich hätte ihn nur foulen können. Das wäre dann aber eine Notbremse gewesen“, so der einstige Aufstiegsheld der Eisernen.

Gikiewicz zufrieden mit dem Punkt beim 1. FC Union

In Unterzahl in der Alten Försterei zu bestehen? Schwierig. Wollte der gebürtige Allensteiner nicht riskieren. „Es war ein Weihnachtsgeschenk im November“, witzelte Gikiewicz über seinen Fehler, der ja am Ende nicht spielentscheidend gewesen war.

In der Folge parierte er aber einige gute Bälle und trug seinen Teil zum Punktgewinn der Gäste bei. „Hier Unentschieden zu spielen ist nicht schlecht. Wir brauchen jeden Punkt. Wir sind nicht oben, nur im Abstiegskampf oben. Und Union ist eine Topmannschaft, die haben eine tolle Entwicklung genommen. Ich freue mich für die Jungs“, so Gikiewicz.

Lobend schob er nach: „Sie machen es gut. Die Mannschaft. Oliver Ruhnert. Aber ich habe schon mehrfach gesagt, der beste Transfer von allem war Urs Fischer. Ich freue mich sehr. Berlin war Rot, ist Rot und bleibt Rot.“ 

Gikiewicz drückt dem 1. FC Union die Daumen

Zufrieden war er auch, weil er im fünften Duell mit den Eisernen zum fünften Mal nicht verloren hat. Nicht, weil er Union den Erfolg nicht gönnt. Aber als Sportler ist er natürlich voller Ehrgeiz. Da will er immer gewinnen, egal gegen wen es geht. „Wir können mit dem Punkt heute leben. Union hatte mehr vom Spiel. Die zweite Halbzeit war nicht einfach für uns. Einmal Latte, einmal Pfosten. Meine Jungs haben mir aber den Arsch gerettet“, freute sich der 35-Jährige, dass seine Serie bei den Eisernen gehalten hat. 

Jetzt dürfen die wieder für ihn punkten. Am besten schon am Sonntag beim SC Freiburg, bei einem weiteren Ex-Klub von ihm. „Brutale Entwicklung seit vier Jahren. Ich war immer mit vielen in Kontakt geblieben. Auch wenn die jetzt vielleicht Union verlassen haben wie Seb (Andersson, Anm. d. Red.), Grischa Prömel oder Marvin Friedrich“, so Gikiewicz. Wem da seine Sympathien gelten, ist klar. Nicht den Breisgauern.

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