Ungarns Andras Schäfer feierte seine EM-Treffer gegen die DFB-Elf und Antonio Rüdiger (r.) ausgelassen.  Imago

Soforthilfe? Wohl eher nicht. Auch wenn Andras Schäfer, Unions Neuzugang von DAC Dunajska Streda, einiges mitbringt an die Alte Försterei und sich 15 Länderspiele mit drei Toren trotz seiner erst 22 Lenze nicht schlecht anhören. Er soll, auch wenn er natürlich Eingewöhnungszeit brauchen wird, das Mittfeldspiel der Eisernen beleben, das nach den Abgängen von Christian Gentner und Robert Andrich ein wenig an schöpferischem Potenzial verloren hat, mehr durch Kampfkraft und Willen denn durch Finesse oder Filigranität besticht. 

Doch Schäfers bisherigen Auslandsstationen waren noch nicht von Erfolg geprägt. In Italien konnte er sich weder beim FC Genua noch bei Zweitligist Chievo Verona durchsetzen. Wohl auch, weil er da noch zu jung war. Bei seinem nächsten Engagement in der Fremde, bei Dunajska Streda, kam ihm zugute, dass die Stadt mehrheitlich von der ungarischen Minderheit in der Slowakei bevölkert ist. Da fällt Integration natürlich einfacher für den aus Szombathely, dem Geburtsort  von Herthas Torwart-Ikone Gabor Kiraly, stammenden Mittelfeldspieler. 

Schäfer kommt als künftiges Tafelsilber

Doch bei Schäfer, der zwar wie einst Pal Dardai auch auf der Sechs spielen kann, aber dessen Spiel von deutlich mehr Offensivgeist geprägt ist, ist in der heutigen schnelllebigen Zeit eher davon auszugehen, dass Union die Talente des 1,80 m großen Blondschopfes in einer etwas ferneren Zukunft versilbern könnte, wenn er denn wie erhofft einschlägt. Sozusagen das Tafelsilber der kommenden Spielzeiten.

Herthas ehemaliger Co-Trainer Bernd Storck, derzeit Chefcoach beim belgischen Erstligisten KRC Genk, hält große Stücke von dem 22-Jährigen. „Er war ja mein Schützling bei Dunajska Streda. Er ist schnell, intelligent und will sich immer weiter verbessern. Traut sich was zu. Dazu ist er auch noch torgefährlich, kann also nicht nur auf der Sechs spielen, sondern auch auf der Acht. Auch wenn er erst die Sprache lernen muss, er kann gut Englisch. Er sollte sich schnell integrieren können“, so der 58-Jährige. 

Union beschenkt sich mit Schäfer 

Zum 56. Geburtstag des Klubs machten sich die Eisernen also quasi selbst ein Geschenk für die Zukunft. Ob das so werden kann wie bei der früheren Nummer eins der Stadt mit Pal Dardai, das bleibt abzuwarten. Der kam ja auch als junger Bengel zu den Blau-Weißen und wurde Klub-Legende im Westend der Stadt.

„Schäfer kann es absolut in der Bundesliga schaffen. Er ist ja jetzt schon Nationalspieler und da sogar Stamm. Gabor und Pal waren ja seinerzeit nur U21-Spieler“, glaubt Storck an einen guten Fang der Eisernen.

Über Ablösemodalitäten und Vertragslaufzeit wurde zunächst nichts bekannt. Im Raum stehen neben einem Kauf, der sicherlich eine siebenstellige Summe betragen würde, weil Schäfer noch bis 2024 vertraglich gebunden ist,  auch eine Leihe mit anschließender Kaufoption. 

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