Rani Khedira und Grischa Prömel hatten in Europa Conference League viel Spaß und wollen auch nach der speziellen eisernen Europa-League-Woche jubeln. Foto: Imago

Sie wollen wieder in die kontinentalen Wettbewerbe. Wollen wieder in internationalen Gewässern schippern. In der kommenden Saison versteht sich. Den ersten Schritt dazu müssen die Eisernen am Sonntag machen, wenn Barcelona-Bezwinger Eintracht Frankfurt sich in der Alten Försterei (17.30 Uhr, DAZN) die Ehre gibt. Die Hessen bilden den Auftakt für Unions ganz wilde Europapokal-Woche. Denn Europacup ist eigentlich schon jetzt für die Eisernen!

Zwei Halbfinalisten der Europa League binnen sieben Tagen vor der Flinte zu haben, das passiert auch nicht alle Tage. Unmittelbar nach der Macht vom Main kommt es für Union zum Leipzig-Doppel in der Messestadt.

Urs Fischer: Lieber Eisbären als Frankfurt

Erst im Pokal am Mittwoch (20.45 Uhr, ARD), dann am Sonnabend in der Liga (15.30 Uhr, Sky). Eine „interessante Woche“, wie Trainer Urs Fischer einräumte. Wobei sein Fokus natürlich nur auf dem nächstliegenden Spiel liegt.

Diesen Gegner zog er sich in der Nacht zu Freitag noch mal als Replay rein. Denn während die Hessen im Camp Nou brillierten, hatten Fischer und sein Trainerstab den Halbfinaleinzug der Eisbären in der Arena am Ostbahnhof miterlebt.

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Unions Urs Fischer und sein Trainerstab schauten am Donnerstag lieber Eisbären live vor Ort als Frankfurt vor der Glotze zu verfolgen.

Und sein Bedauern, den Auftritt der Hessen nicht live gesehen haben, war ja so etwas wie ein Jahrhundertspiel gewesen, da ist mal eigentlich gern Zeitzeuge, hielt sich aber in Grenzen. „Das Ergebnis kannte ich. Aber so konnte ich das Spiel in Ruhe anschauen“, meinte der 56-Jährige.

Union Trainer Urs Fischer gratuliert Frankfurt

Ruhe ist das Stichwort! Fischer schaut sich solche Spiele ja nicht aus Sensationslust oder als Fan an, sondern weil er nach Schwachstellen beim Gegner fahndet. Da bekam er nicht so viel zu sehen. „Das war ein tolles Spiel. Da darf man gratulieren. Kompliment nach Frankfurt. Sie haben vieles richtig gemacht über die beiden Spiele. Ein verdientes Weiterkommen. Wenn du 3:2 in Camp Nou gewinnst, dann ist das außerordentlich“, so der Schweizer.

Die Hessen kommen also euphorisiert, aber sicherlich geschlaucht nach Berlin. Denn der Kick wird Körner gekostet haben. Union schwebt nicht minder auf Wolke sieben nach dem Derbyerfolg, konnte sich aber gezielt vorbereiten auf die Truppe von Oliver Glasner.

Union kann mit Druck umgehen

Dennoch wollen die Eisernen in ihrer ersten Europa-League-Etappe der Woche alles daran setzen, dass sie einen Verfolger abschütteln. Druck verspürt man in Köpenick nicht mehr oder weniger als vor den letzten beiden Partien. „Wir kennen ein bisschen die Situation. Es ist die gleiche Ausgangslage wie im Spiel gegen Köln. Und eine Derby ist eben ein Derby. Da war auch viel Druck mit dabei“, meinte Fischer. Womit er ausdrücken wollte, dass seine Truppe mit solchen Drucksituationen umzugehen weiß.

Positiv stimmt die Köpenicker zudem, dass sie sich anders als die Katalanen nicht einer Heerschar in weißen Trikots gegenüber sehen werden. Statt der 30.000 in Barcelona sind ja nur 2400 Gästefans zugelassen. Das kann der Anhang der SGE anders als in Spanien das Auswärtsspiel nicht in ein Heimspiel verwandeln.

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