Gemeinsame Freude nach der guten Co-Produktion: Unions Taiwo Awoniy (l.) bejubelt mit Vorlagengeber Sheraldo Becker seinen Treffer zum 3:0 gegen Mainz. Foto: Imago

Erst trafen sie gar nicht. Also geschlagene 283 Minuten lang. Und dann gleich dreimal ins Schwarze beim 3:1 (1:0)-Erfolg gegen den FSV Mainz. Rechtzeitig vor dem Pokal-Achtelfinale gegen den FC St. Pauli hat der 1. FC Union wieder in die Erfolgspur zurückgefunden. Was Urs Fischer, dem Trainer der Eisernen, vor dem Kick gegen den Kiezklub (Dienstag, 20.45 Uhr, ARD) erneut eine knifflige Aufgabe beschert: Der Schweizer hat auf einmal wieder ein Stürmer-Lotto zu lösen! Wem vertrauen? Wem wehtun?

Gegen Mainz ließ Fischer seinen erfolgreichsten Stürmer draußen! Taiwo Awoniyi saß zunächst auf der Bank. Weil Fischer den Druck von ihm nehmen wollte. Nun brachte der sich als Joker mit seinem zehnten Saisontor nachhaltig in Erinnerung. Fischer weiß, dass das keine Dauerlösung sein kann.

Unions Taiwo Awoniyi trifft wieder

„Das“, so der 56-Jährige, „kam auch ein bisschen aus dem Bauch heraus. Er hatte viel zu verarbeiten in den letzten Wochen. Aber es wird so sein, dass wir Taiwo noch benötigen. Er ist unser bester Torschütze. Dieses Tor sollte ihm gut getan haben. Ich glaube, das war auch wichtig für sein Selbstvertrauen“, so Fischer.

Immerhin hat der Nigerianer damit seine seit dem 3. Dezember beim 2:1 gegen Leipzig anhaltende Flaute von 456 torlosen Minuten beendet.

Wenn Fischer wieder auf Awoniyi setzt, müsste wohl Andreas Voglsammer weichen. Auch für Sven Michel bliebe erneut nur die Bank. Denn Sheraldo Becker sollte nach seiner formidablen Leistung gegen Mainz gesetzt sein. Ein Tor in schönster Arjen-Robben-Manier selber erzielt, eins direkt vorbereitet und beim Führungstreffer durch Genki Haraguchi war der ehemalige Ajax-Spieler der Initialzünder mit seiner Flanke, auch wenn sie erst auf Umwegen beim Japaner landete.

Rotationsopfer Andreas Voglsammer?

Wenn Fischer Dienstag also auf das Duo Becker/Awoniyi setzt, wäre also Voglsammer der Leidtragende. Den hatte Fischer aber gegen die Rheinhessen eigens aufgeboten, weil er in den Partien zuvor so etwas wie Torgefahr ausgestrahlt hatte und zudem als unermüdlicher Pressingspieler mit seiner Robustheit auch so etwas wie der erste Verteidiger der Köpenicker ist. „Vogi war einer unserer letzten Torschützen“, erinnerte Fischer daran, dass der gebürtige Rosenheimer durchaus auch mal einen kräftigen Schluck aus der Pulle mit Zielwasser nimmt.

Das Stürmer-Lotto setzt sich zudem auf der Bank fort! Denn dort fehlte mit Kevin Behrens auch ein Mann, der den Köpenickern in den drei Wettbewerben schon fünf Treffer beschert hatte. Für ihn hatte Anthony Ujah wieder zum Aufgebot gehört, der beim 0:3 gegen Dortmund sein Comeback  nach eineinhalbjähriger Pause gegeben hatte, aber schon in der Woche drauf gegen Bielefeld von Fischer wieder auf die Tribüne geschickt worden war.

Union-Trainer Fischer hält Spieler bei Laune

Mit ein Grund für diese Personalrochade waren auch die Trainingseindrücke in der vergangenen Woche. Und die Tatsache, dass Rotation eben nicht nur die Startelf betrifft, wenn man alle Spieler bei Laune halten und auch alle Optionen ausschöpfen will. „Man kann ja einen Spieler nicht immer aus dem Aufgebot herauslassen“, sagte denn auch Fischer.

Der Schweizer weiß, dass er jetzt vielleicht noch mehr die Qual der Wahl hat, als vor dem Sieg gegen Mainz.

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