Ex-Unioner Max Kruse blickt gern auf seine Zeit bei den Eisernen zurück, widerspricht aber Manager Oliver Ruhnert über den Ablauf seines Wolfsburg-Wechsels.
Ex-Unioner Max Kruse blickt gern auf seine Zeit bei den Eisernen zurück, widerspricht aber Manager Oliver Ruhnert über den Ablauf seines Wolfsburg-Wechsels. Imago

Es war ein Schock für alle Union-Fans und bewegt auch zehn Tage nach dem eisernen Paukenschlag noch die Gemüter in Köpenick: Max Kruses Blitz-Abschied. Jetzt äußerte sich der Spielmacher erstmals detaillierter zu seinem Wolfsburg-Wechsel, gibt sich geheimnisvoll und widerspricht vor allem in einem wichtigen Punkt Union-Manger Oliver Ruhnert.

Kruse widerspricht Union

„Jeder wusste eigentlich schon Bescheid, dass ich im Sommer keinen neuen Vertrag unterschreiben würde“, erklärte Kruse auf der Streamingplattform Twitch und kontert damit Ruhnert, der kurz nach Kruses Abschied in einer Medienrunde sagte, die Eisernen hätten mit ihrem Superstar vereinbart gehabt, im Frühjahr über eine Vertragsverlängerung über den Sommer hinaus zu reden.

Und: Während Ruhnert erklärte, Union sei aus allen Wolken über Kruses kurzfristigen Wechsel-Wunsch gefallen, sagte Kruse nun, er habe dem Manager „schon Anfang Januar davon in Kenntnis gesetzt, dass eventuell noch was kommen könnte“.

Kruse nennt Gründe nicht

Letztlich verabschiedete sich Kruse in Richtung Auto-Stadt am vorletzten Sonntag und somit einen Tag vor Ende der Wechselperiode am 31. Januar. Ruhnert berichtete, das erste Wolfsburger Angebot sei „Donnerstag oder Freitag“ an der Wuhle eingetroffen. Auch hier widerspricht Kruse, es sei vielmehr „bestimmt vier, fünf Tage vorher“, gewesen. Dass es dann auf den letzten Drücker geschah, „tut mir auch leid, ich kann’s nicht ändern“.

Ein Geheimnis macht Kruse weiter um die Gründe. Zwar gibt er offen zu, dass „das Finanzielle“ genau so entscheidend war wie „das Kapitel, das ich (beim VfL, Anm. d. Red.) noch offen habe“. Dass er die Eisernen trotz Champions-League-Kurs und dem lebendigen Traum vom Einzug in das DFB-Pokalfinale verließ, habe „seine Gründe, das war unabhängig vom Angebot von Wolfsburg.“ Trotz des Hickhacks, blickt Kruse gern zurück: „Es war eine richtig geile Zeit bei Union.“

Kruse ist Kritik egal

Mit der Kritik der Fans nach seinem Abschied könne er umgehen. „Es ist mir latte, ob man mich Söldner nennt oder Geldgeier oder was auch immer“, sagte der 33-Jährige, der bereits bei seinem Abschied erklärte, er habe einen „hochdotierten Vertrag“ unterschrieben.

Kruse: „Jeder würde in der Situation dasselbe machen. Das Geld spielt eine Rolle, ich bin jetzt keine 20 mehr. So viele Jahre habe ich nicht mehr. Ich spiele Fußball bis 35. Normale Arbeitnehmer arbeiten wahrscheinlich bis 65. Natürlich komme ich mit meinem Geld aus, gar keine Frage. Aber im Endeffekt ist es so, dass man nur noch zwei, drei Jahre hat. Und da versucht man, das Bestmögliche herauszuholen.“

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