Max Kruse (r.) köpft zu seinem ersten Treffer für Union ein. Foto: AFP

Es ist vollbracht! Gegen völlig verunsicherte Mainzer feiert der 1. FC Union seinen ersten Sieg im laufenden Spieljahr, den höchsten in der noch jungen Bundesliga-Geschichte der Eisernen.

Nicht Loris Karius, nicht Joel Pohjanpalo – nicht einmal Taiwo Awoniyi. Nein, in den Fokus rückte gegen bereits früh krisengeplagte Mainzer Max Kruse, der, anders als vielfach von den Eisernen prognostiziert, sein Startelfdebüt feierte. Und der benötigte nur 13 Minuten, um warmzulaufen, köpfte dann eine Becker-Flanke zu seinem ersten Treffer für Union ein. Ein Debüt nach Maß! „Ich glaube, man hat schon gesehen, dass ich ein bisschen weiter bin als letzte Woche. Aber dass das nicht zu 100 Prozent das ist, was ich spielen kann, ist auch klar“, erklärte der stolze Kruse nach der Partie.

Auch in der Folge blieben die Köpenicker extrem ungemütlich. In der 37. Minute unterlief Mainz’ Alexander Hack einen hohen Ball, sodass erneut Becker, diesmal mit Vollspeed, auf das Mainzer Tor zustürmte. Seine Flanke verzog Kruse diesmal jedoch über den Kasten.

Was nicht nur in dieser Szene auffiel: Im Umschaltspiel agierte das Team von Trainer Urs Fischer weitaus nachdrücklicher als für gewöhnlich, zwang den Gegner förmlich zu solchen Fehlern. Vielleicht war’s der verschleppte Ärger über die üble 1:3-Auftaktpleite in der Alten Försterei gegen Augsburg, vielleicht auch einfach der unbedingte Wille zum ersten Dreier der Saison.

Wenn es im ersten Durchgang überhaupt was zu meckern gab, dann die Tatsache, dass die Eisernen gegen völlig lethargische Gäste nicht schon für eine vorzeitige Entscheidung sorgten. Das sah offenbar auch Markus Invartsen so. Der Däne hielt vier Minuten nach Wiederanpfiff einfach mal den Schlappen in eine Flanke von Kapitän Christopher Trimmel und vollstreckte so zum 2:0. In der 63. Minute köpfte Marvin Friedrich einen locker getretenen Trimmel-Freistoß unbehelligt ein und schraubte das Ergebnis auf 3:0 hoch.

Da bekam auch Urs Fischer so langsam Lust auf Angriffsfußball und ließ, neben Marius Bülter, der den bärenstarken Sheraldo Becker ersetzte, den Joker aus Leidenschaft, Pohjanpalo, für Kruse von der Kette. Der Finne benötigte genau einen Ballkontakt und handgestoppte 25 Sekunden, um seine einschlägigen Qualitäten auch in Köpenick zu beweisen und auf 4:0 zu erhöhen (64.). In der 80. Minute hätte er mit einem Flugkopfball beinahe noch seinen zweiten Treffer markiert.