Marius Bülter liegt nach einem Foul am Boden. Die Spielzeit des Flügelspielers ist derzeit stark limitiert. Foto: Matthias Koch

Er war eine Naturgewalt! Wann immer Marius Bülter an den Ball kam, stürmte er mit dieser unverkennbaren Mischung aus Dynamik, Kraft und Durchsetzungsvermögen los, ließ seine Gegenspieler mit purer Willenskraft stehen und donnerte die Bälle ins Tor. Sieben Treffer gelangen dem Flügelstürmer in seiner ersten Bundesliga-Saison für die Eisernen. Gemeinsam mit Mittelfeldspieler Robert Andrich war er die Entdeckung der Vorsaison.

All das ist lange vorbei. Seit Monaten spielt der 27-Jährige bestenfalls eine Teilzeitrolle bei den Unionern, kommt meistens spät von der Bank oder, wie in den vergangenen beiden Spielen, gar nicht zum Einsatz. Dabei zu behaupten, Bülter laufe seiner Form aus der Vorsaison hinterher, wäre schamlos untertrieben. Der einstige Shootingstar hat in diesem Spieljahr noch überhaupt keine Form gefunden.

Dazu kam dann auch noch Pech wie der positive Corona-Test im Herbst, der Bülter zusätzlich aus der Bahn warf. Sogar Trainer Urs Fischer musste zuletzt feststellen, dass es nicht Bülters Schuld allein sei, dass es momentan einfach nicht läuft. Zwar wolle er, das bekräftigte der Schweizer mit Nachdruck, Diskussionen um seinen Schützling auf keinen Fall in der Öffentlichkeit führen. Doch deutete er an, dass Bülters jüngste Nichtberücksichtigungen auch taktische Gründe gehabt habe. „Marius weiß genau, dass er viele Dinge gerade gut macht, im Moment hat es sicher auch mit dem System zu tun, dass er nicht spielt. Es ist eine Entscheidung des Trainers.“

Heißt: Nach der Verletzung von Christopher Lenz als Tempomacher auf der linken Seite vertraut Fischer eher auf die defensiven Fähigkeiten von Niko Gießelmann als auf die offensiven von Bülter. Und am seit Monaten stark spielenden wie arbeitenden Marcus Ingvartsen kommt er derzeit nicht vorbei.

Was Bülter bräuchte, wäre die Rückkehr vom 3-5-2-System zu einem 4-3-3 mit echten Flügelstürmern - wie in der Hinrunde. Da durfte Bülter sogar viermal von Beginn an auflaufen, erzielte sein bislang einziges Saisontor beim 1:3 zum Auftakt gegen den FC Augsburg. Hoffnung macht ihm sein Trainer darauf aber eher keine: „Derzeit spielen wir das aktuelle System sehr gut. Und am Ende ist es auch egal, welches System du bringst, wichtig ist, was du daraus machst.“ Der Shootingstar des Vorjahres wird sich also noch gedulden und weiter auf seine Chance warten müssen.