Union und Grischa Prömel sind gegen den 1. FC Köln bisher ungeschlagen. Der Mittelfeldmann traf beim 2:2 am Rhein in der vergangenen Saison.
Union und Grischa Prömel sind gegen den 1. FC Köln bisher ungeschlagen. Der Mittelfeldmann traf beim 2:2 am Rhein in der vergangenen Saison. Imago

Manchmal kann ein Fußball-Quiz der etwas anderen Art ganz witzig sein. Eines, bei dem man um die Ecke denken oder ganz viel Ahnung vom Thema haben sollte. Weil neben anderen solche Fragen zu beantworten wären: Gegen wen hat der 1. FC Union in der Bundesliga noch nie gewonnen? Auch die Gegenfrage hätte es in sich: Gegen wen haben die Eisernen dort noch nicht verloren? Ganz Spitzfindige könnten ankommen mit solchen Teams, auf die beides zutrifft. Ulm etwa oder Wuppertal, Neunkirchen oder Aachen, Saarbrücken oder Münster. Ein klein bisschen Seriosität sollte sein. Es geht dabei allein um solche Teams, mit denen die Köpenicker gemeinsam in der Bundesliga spielten oder gerade spielen. Die eben genannten passen genauso wenig ins Schema wie übrigens der Hamburger SV.

Noch nie gewonnen, ernsthaft jetzt, das gab es gerade vor zehn Tagen erst, die Bayern, klar. Da kommen alle drauf.

Union hat noch nie gegen Fürth gewonnen

Schalke ist schon schwieriger, obwohl es Rot-Weiß gegen Königsblau immerhin viermal gegeben hat. In Erinnerung geblieben ist dabei eher Schalkes Sieglos-Marathon, aber nicht, dass es für die Männer um Kapitän Christopher Trimmel keinen Dreier gegeben hat. Am besten Bastian Oczipka fragen, der kennt sich in dieser Sache ganz gut aus.

Es trifft auch, aber das hat eine gewisse Häme, auf Fürth zu. Daraus könnte, wenn es am 29. April im vorletzten Heimspiel dieser Saison nichts wird, ein Running Gag werden. Das wäre jedoch eine Geschichte für sich.

Noch nie verloren – das gibt es für die Eisernen natürlich auch. Um ganz klein anzufangen: Bochum und Paderborn, auch wenn es zusammen vorerst nur drei Spiele sind. Eine Etage höher angesiedelt ist Stuttgart, selbst wenn es gegen die Schwaben in den beiden Spielen dieser Saison in letzter Minute jeweils ein Gegentor gegeben hat. Der Verlust daraus: vier Punkte. Nicht verloren und trotzdem reichlich blöd gelaufen.

1. FC Union: Vorsicht vor Steffen Baumgart

Köln-Trainer Steffen Baumgart jubelt mit Stürmer Anthony Modeste. Die eiserne Legende genießt mit seiner Art am Rhein bereits Kultstatus.
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Köln-Trainer Steffen Baumgart jubelt mit Stürmer Anthony Modeste. Die eiserne Legende genießt mit seiner Art am Rhein bereits Kultstatus.

Da gibt es aber noch ein viertes Team, den Lieblingsgegner. Den, gegen den die Eisernen so oft gewonnen haben, viermal nämlich, wie gegen kein anderes Team, den 1. FC Köln. Dabei ist es blanker Zufall, dass als gegnerischer Trainer ein Name gleich zweimal auftaucht: Steffen Baumgart. Der Einmal-Unioner-immer-Unioner zum Vorzeigen coachte vor zwei Jahren die Paderborner und es ging mit 1:1 und 1:0 hauchdünn aus. Vorsicht, Leute!

Es gibt sie also doch, die Teams, die einem besser liegen, die einem auf den Leib geschneidert sind. Oder gegen die es ganz und gar nicht klappen will und man fast schon die Uhr danach stellen kann. Das gibt es selbst auf höchstem Niveau.

Wie lange hat sich das DFB-Team bemüht, ach, gequält, Italien bei einem großen Turnier zu bezwingen. Manchmal hat es gereicht, um mit einem 0:0 im Wettbewerb zu bleiben, so bei der WM 1962 in Chile und bei der 1978 in Argentinien oder mit einem 1:1 bei der EM 1988 im eigenen Land. Einmal, bei der EM 1996 in England, stand nach einer Torlos-Nummer im Gruppenspiel am Ende sogar der Titel für Deutschland.

Aber gewonnen? Nein, gewonnen hat das DFB-Team nie, so nicht beim legendären 3:4-WM-Halbfinale 1970 in Mexiko, nicht beim 1:3 im WM-Finale 1982 in Madrid, nicht beim 0:2 im Sommermärchen-Halbfinale 2006 in Dortmund und nicht beim 1:2 im EM-Finale 2012 in Warschau.

Das ging so bis zum 2. Juli 2016, bis zum EM-Viertelfinale in Bordeaux. Für strenge Statistik-Freaks hat Deutschland zwar auch jenes Spiel nicht gewonnen, weil es nach 120 Minuten 1:1 stand, konnte aber im Elfmeterschießen den Italien-Fluch brechen, strapazierte jedoch die Nerven derart, dass es manchem wie ein mittlerer Herzinfarkt vorkam.

1. FC Union: Kölns Jonas Hector weiß, wie es geht

Erst mit dem neunten Schützen kam die Erlösung. Wer der damals war, nachdem Thomas Müller (scheiterte an Gianluigi Buffon), Mesut Özil (Pfosten) und Bastian Schweinsteiger (übers Tor) vergeben und nur Toni Kroos, Julian Draxler, Mats Hummels, Joshua Kimmich und Jerome Boateng (auch das könnte was fürs Quiz sein) getroffen hatten? Jonas Hector, der wahrscheinlich heute noch nicht weiß, wie er vor lauter Aufregung und gehörigem Fracksausen den Ball an Buffon vorbeigebracht hat.

Mit Jonas Hector jedenfalls schließt sich der Kreis hin zum 1. FC Köln. Der FC-Kapitän spielt längst nicht mehr im Nationalteam, er ist nach 43 Länderspielen zurückgetreten. Trotzdem, und das macht ihn und sein Team doppelt gefährlich für die Eisernen, er weiß, wie es geht, etwas zu beenden, das wie gemeißelt steht.

Dagegen hilft nur eines: Hey, Eiserne, zeigt am Freitag den Geißböcken eure Schokoladenseite.

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