Marvin Friedrich trifft per Kopf zum 3:0 gegen Mainz 05, Nico Schlotterbeck und Grischa Prömel jubeln. Foto: Imago/Matthias Koch

Es war ein Moment, der nur wenige Sekundenbruchteile dauerte und doch ewig schien: In der 64. Minute des Spiels zwischen dem 1. FC Union und Mainz 05 in der Hinrunde flankte Christopher Lenz in den Strafraum, wo der Sekunden zuvor eingewechselte Joel Pohjanpalo den Ball mit purem Willen ins Tor drängelte. Vier zu null, der bis dahin höchste Sieg in der jungen Bundesliga-Geschichte der Eisernen.

Zuvor hatten auch Startelfdebütant Max Kruse, Marcus Ingvartsen und Marvin Friedrich getroffen. Was für ein Spiel und im Rückblick die erste Machtdemonstration eines Teams, das in den folgenden Wochen und Monaten so dominant auftrat, wie vielleicht nie zuvor in der Vereinsgeschichte.

Trainer Urs Fischer bremst Euphorie

Auch wenn der Grundstein dafür schon in den letzten Spielen der Vorsaison und in der Sommerpause gelegt wurde, war es doch das Hinspiel gegen Mainz, was die wahre Kraft der Eisernen in diesem Spieljahr entfesselt hat. Und obwohl die Köpenicker nach drei Spielen in Folge ohne Sieg eine ähnliche Entfesselung gebrauchen könnten, warnt Trainer Urs Fischer vor dem Rückspiel am Sonnabend (15.30 Uhr) davor, zu viel Nostalgie zu versprühen.

„Ich denke eher, dass es kontraproduktiv wäre, wenn man zu sehr auf den Sieg vom Oktober zurückschaut“, betont der Schweizer und erklärt auch warum: „Dieses Spiel ist optimal für uns aufgegangen – und Mainz hatte sicher auch nicht den besten Tag.“ Fischer warnt davor, dass sich die Rheinhessen in den vergangenen Wochen, trotz des Abgangs von Topstürmer Jean-Philippe Mateta zu Crystal Palace nach London, gefestigt haben. „Ich erinnere mich daran, dass sie gegen Borussia Dortmund unentschieden gespielt und gegen RB Leipzig gewonnen haben. Ich denke, wir brauchen wie immer ein sehr gutes Spiel unserer Mannschaft.“

So eines wie im vergangenen Oktober, als die knapp 4400 Zuschauer im Stadion An der Alten Försterei ihren Augen nicht trauten, wie die Eisernen da auf dem Rasen kombinierten, immer wieder attackierten und den Mainzern gleichsam so gar keine Chance ließen. Alle dachten an eine glückliche Partie, doch in den Wochen darauf bestätigte Union diese Leistung immer und immer wieder, erhöhte in puncto Rekordsieg einen Monat später gegen Arminia Bielefeld gar auf 5:0.

Es sind diese Ergebnisse, mit denen sich die Köpenicker für ihre starken Leistungen wieder belohnen müssen. Das Duell in Mainz wäre der perfekte Zeitpunkt. Eiserne, entfesselt euch wieder!