Shkodran Mustafi macht Taiwo Awoniyi das Leben schwer. Imago/Contrast

Wie bitter ist das denn? 90 Minuten lange dominieren die Eisernen den FC Schalke 04, haben unzählige gute Chancen, nutzen jedoch keine und gehen mit einem 0:0 aus dem Spiel gegen das derzeit schwächste Bundesliga-Team. Zu wenig!

Dabei starten die Eisernen richtig offensiv. Vorne sollen Taiwo Awoniyi und Joel Pohjanpalo gemeinsam für Torgefahr sorgen, dafür nimmt Cedric Teuchert gegen seinen Ex-Klub erst einmal auf der Bank Platz. Hinten sichert statt des gesperrten Nico Schlotterbeck der wieder „entsperrte“ Florian Hübner in der Dreierketter ab. Im Tor feiert erwartungsgemäß Loris Karius sein Bundesliga-Startelfdebüt für die Köpenicker. Seine Startelf-Rückkehr feiert auf der Gegenseite Schalkes Nabil Bentaleb - von der Suspendierung zum Startspieler, nicht schlecht.

Trotzdem dirigieren die Unioner die Partie von Anfang an. Nach vier Minuten wird Awoniyi freigespielt, läuft allein auf Ralf Fährmann zu, scheitert jedoch am Gästekeeper. Zwei Minuten später zieht Pohjanpalo ab und scheitert ebenfalls am Schalker Tormann, Sekunden später flankt Marcus Ingvartsen gefährlich in den Strafraum, findet aber kein Ziel.

Die Eisernen sind viel präsenter, agieren mit Übersicht und versuchen sich immer wieder an starken Passkombinationen, während die Gäste zunächst nur eine Anspielstation kennen: Amine Harit. Der junge Ausnahmekönner, spielerisch sicher der stärkste Schalker, wird immer wieder in Szene gesetzt, was das Spiel der Gäste schnell berechenbar macht und den jungen Marokkaner sichtlich verunsichert. Erst spät in der ersten Halbzeit nimmt Gästetrainer Christian Gross etwas Last von Harits Rücken, was das Offensivspiel der Schalker nahezu vollständig zum Erliegen bringt. Einzige Chance: Ein Distanzschuss von Suat Serdar in der 29. Minute.

Ganz anders die Eisernen. Auch in der zweiten Hälfte drücken die Unioner auf die Führung, können sich aber zunächst nicht belohnen. Vor allem Awoniyi agiert mit einigen Fehlpässen und verlorenen Bällen glücklos. In der 59. Minute schiebt er einen optimal weitergeleiteten Ball von Joel Pohjanpalo am Kasten vorbei. Nach einer Stunde kommt Petar Musa - allerdings für Pohjanpalo.

Und so läuft die Uhr unerbittlich herunter, die Eisernen greifen immer verzweifelter an. Ingvartsen köpft aus drei Metern direkt Fährmann in die Arme (85.). Am Ende reicht es auch im zweiten Spiel gegen Schalke in dieser Saison nur zu einem Punkt.