Anthony Ujah (nicht im Bild) trifft für Union zum 1:0. imago-images/Poolfoto

Geschafft. Die Eisernen bejubeln zum Abschluss ihrer allerersten Bundesliga-Saison ein souveränes 3:0 (1:0) gegen Düsseldorf und schicken die Fortuna damit in die 2.Liga. Und für die Eisernen wartet ein zweites Jahr in Deutschlands Eliteklasse. Hoffentlich bald wieder mit Zuschauern.

Jedem war klar: Das wird heiß. Allein schon wegen des Wetters. Und der brisanten Konstellation im Abstiegskampf für die Gäste. Feurig wurde es schon knapp 90 Minuten vor dem Spiel, als in Höhe der Aral-Tankstelle auf der Straße an der Wuhlheide 150 bis 200 Ultras den Mannschaftsbus in Empfang nahmen, der vom Teamhotel in der Innenstadt mit Polizeieskorte zum Stadion fuhr. Mit bengalischen Fackeln, lautem Gebrüll und einem mehrere Meter langen, gelben Spruchband, auf dem die Fans sich für eine „geile Saison“ bedankten.

Natürlich gab es auch wieder den eisernen Waldchor, der alles raushaute, was die Stimmbänder hergaben. Doch gemessen an der Einstiegsmetaphorik kam die Parte wenig feurig daher. Die Fortunen wirkten zu keiner Zeit, als wären sie sich des Ernstes der Lage bewusst. Ein Kopfball von Ayhan, der von Christian Gentner von der Linie geköpft wurde, war zu wenig.

Abschied von Sieben, Verhandlungen bei Kroos

Die Eisernen hingegen beherrschten mit solider Ballkontrolle und einigen Nadelstichen das Geschehen. Vor allem Felix Kroos, bei dem Gespräche über eine Vertragsverlängerung offenbar laufen, und Marius Bülter auf dem rechten Flügel zeigten fleißig Einsatz. Die Führung aber markierte dann Anthony Ujah, der bei einem Schuss von Joshua Mees gedankenschnell reagierte und die Kugel zwischen den Beinen des Düsseldorfer Keepers Kastenmeier in die Maschen bugsierte (26.). Das Bremen mittlerweile 3:0 führte und wohl selbst ein Punkt für die Gaste nicht reichen könnte, falls Werder nachlegte, merkte man der Fortuna in keiner Weise an.

Normalerweise wäre das letzte Heimspiel des Jahres ja der Augenblick für blumige Verabschiedungen geworden. Die fiel natürlich aus. Bekannt sind ja die Abgänge von Rafal Gikiewicz (Augsburg), Sebastian Polter (Ziel unbekannt), dazu die Leihspieler Keven Schlotterbeck (Freiburg) und Yunus Malli (Wolfsburg), die zu ihren Stammvereinen zurückkehren. Im Programmheft verrieten die Köpenicker dazu, dass Ken Reichel, Manuel Schmiedebach und Maurice Opfermann-Arcones den Klub verlassen werden.

Zurück zum Spiel. Spätestens mit dem 2:0 durch den mit Übersicht und Einsatz überzeugenden Christian Gentner (54.) war der Drops für die Gäste aus dem Rheinland gelutscht. Um auf drei Treffer zu kommen – Werder führte mittlerweile 4:0 - hätte es eines mittleren Weltwunders bedurft. Es hätte nicht mal den Lattentreffer des eingewechselten Suttners gebraucht, um diese These zu untermauern (69.). Union hingegen erfreute sich auch noch an einem dritten Treffer durch Suleiman Abdullahi (90.). Perfekter Abschluss eines gar nicht mal so heißen Tages.