Max Kruse verabschiedete sich durchaus mit Gebrüll aus Köpenick, Unions Taiwo Awoniyi zog es dagegen nicht nach Wolfsburg. Foto: Imago

Es gibt so Fakten, die überraschen einen dann doch. Dass Max Kruse mittlerweile das grüne Trikot der Wolfsburger trägt, weiß jedes Kind. Doch dass die Niedersachsen, am Sonnabend Gastgeber für die Eisernen (15.30 Uhr/Sky), nicht nur den Bessermacher der Köpenicker unter ihre Fittiche nehmen, sondern mit Angreifer Taiwo Awoniyi gleich doppelt bei Union wildern wollten, ist neu. 

Schon im Sommer hatten die Niedersachsen ihre Fühler nach dem jungen Nigerianer ausgestreckt. Die seinerzeitige Leihgabe des FC Liverpool aber entschied sich für eine Rückkehr auf Dauer zu Union. Er wollte nach fünf Toren in der Vorsaison dauerhaft in der Bundesliga Fuß fassen. Die Aussicht auf richtig viel Spielzeit war bei den Eisernen eher gegeben als beim VfL, wo zu dem Zeitpunkt ja noch Wout Weghorst das Epizentrum des Angriffs bildete.

Als der diesen Winter nun die Mücke machte, klopfte die Volkswagen-Betriebssportgruppe laut „kicker“ erneut bei Awoniyi an. Doch dessen Berateragentur ließ es gar nicht erst zu Verhandlungen kommen. Doch Kohle allein war es nicht, die Awoniyi hätte zu einem Wechsel bewegen können. Mit einem großartigen Charme kann die Stadt an der Aller auch nicht werben. Strahlkraft besitzt der Klub ebenfalls nicht für einen aufstrebenden Kicker, der im Sommer mit Angeboten aus der Premier League liebäugeln kann.

Wolfsburg? Awoniyi liebäugelt mit England

Denn mit seinen erst 24 Lenzen muss Awoniyi auch nicht so sehr an seine Rentenkasse denken wie sein eingangs erwähnter Ex-Kollege, der in den kommenden Tagen auch schon seinen 34. Geburtstag feiert. Awoniyis Traum von der Premier League ist bekannt. Und dort rollt der Rubel auch nach dem Aus von Oligarch Roman Abramowitsch beim FC Chelsea.

Awoniyi blieb eisern. Schlecht für Wolfsburg, gut für Union. Wenngleich sich die Hoffnung, dass er durch seinen Joker-Treffer gegen Mainz wieder ein Stück weit mehr Leichtigkeit in sein Spiel reinkriegen würde, im Pokal gegen St. Pauli erst mal nicht erfüllte. Trainer Urs Fischer glaubt zu wissen, warum: „Er hat sehr viel erlebt. Auch durch seine Reise zum Afrika-Cup. Jetzt hat er so ein bisschen eine Durststrecke.“ Dazu kommt, dass die gegnerischen Abwehrreihen Taiwo nach seinen neun Hinrundentreffern nun genauer auf dem Radar haben.

1. FC Union: Awoniyi könnte von Becker profitieren

Immerhin ist Awoniyi gewohnt fleißig. Eine kleine Aktie hatte der 24-Jährige ja auch am Ausgleichstor gegen St. Pauli durch Sheraldo Becker. Und solange der aus Amsterdam stammende Nationalspieler des Suriname neben ihm weiter so performed wie in den letzten Wochen, muss Union nicht bange sein.

Unions Trainer Urs Fischer ist ja froh darüber, dass er so viele verschiedene Stürmertypen hat. „Am Schluss habe ich die Qual der Wahl. Die Jungs unterscheiden sich in ihren Stärken und Schwächen, und das gibt dir immer Möglichkeiten. Man muss ja auch auf den Gegner achten, was da zu welcher Spielweise besser passt“, so der Schweizer Fußballlehrer vor der Zugfahrt nach Wolfsburg.

Also nur nicht ungeduldig werden mit den jungen Pferden. Die nächsten Tore werden Awoniyi schon noch gelingen. Vielleicht ja schon gegen Wolfsburg ...

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