Eisern: Timo Baumgartl, Verteidiger des 1. FC Union, sprach offen über seine Krebsdiagnose, den Kampf zurück und sorgte bei vielen Zuschauern für Gänsehaut.
Eisern: Timo Baumgartl, Verteidiger des 1. FC Union, sprach offen über seine Krebsdiagnose, den Kampf zurück und sorgte bei vielen Zuschauern für Gänsehaut. Imago/Martin Hoffmann

Nun ist es passiert. Der 1. FC Union kann also doch noch ein Bundesliga-Spiel verlieren. Das 0:2 bei Eintracht Frankfurt, die erste Pleite nach 14 Liga-Partien, soll die Eisernen aber nicht aus dem Tritt bringen. Als Vorbild dient dafür Union-Verteidiger Timo Baumgartl, der am Sonnabend im ZDF-Sportstudio zu Gast war und mal wieder mit beeindruckender Offenheit über seine schwere Zeit nach der Hodenkrebsdiagnose, die Chemotherapie, die Emotionen bei seinem Comeback sprach. 

1. FC Union: Timo Baumgartl spricht über seine Krebsdiagnose

Mario Götze und Eintracht Frankfurt waren für Timo Baumgartl und dem 1. FC Union am Sonnabend zu stark 
Imago/Sven Simon
Mario Götze und Eintracht Frankfurt waren für Timo Baumgartl und dem 1. FC Union am Sonnabend zu stark 

Die erste Bundesliga-Niederlage des 1. FC Union seit März war für Timo Baumgartl natürlich ärgerlich - mehr aber auch nicht. „Man setzt die Prioritäten anders, man kann den Alltag einordnen“, sagte der Verteidiger am Samstagabend im ZDF-„Sportstudio“. Um Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich will der 26-Jährige jedes Spiel gewinnen, natürlich genügte das 0:2 bei Eintracht Frankfurt nicht den neuen Ansprüchen des Berliner Bundesliga-Spitzenreiters. Aber Baumgartl hatte bei seinem TV-Auftritt andere Dinge zu erzählen.

Und diese Dinge sorgten bei dem ein oder anderem Zuschauer im Studio und zu Hause mit Sicherheit für Gänsehaut. Gut 20 Minuten berichtete Baumgartl über seine Hodenkrebserkrankung, das Weinen nach die Diagnose, die Chemotherapie, die Emotionen beim Comeback. Längst ist der Schwabe zu einer Symbolfigur geworden, eine echte Stütze für andere Betroffene wie der Dortmunder Stürmer Sebastien Haller in einem Videoclip erzählte, ein weiterer von insgesamt vier innerhalb weniger Monate erkrankten Bundesliga-Spielern neben den Hertha-Profis Marco Richter und Jean-Paul Boetius.

1. FC Union und Baumgartl haken Frankfurt-Pleite ab 

Baumgartl sprach von seiner „Reichweite“, seiner „Stimme, die ankommt in der Gesellschaft“. Für ihn ergibt sich daraus eine Verantwortung, andere junge Männer für das Tabuthema Hodenkrebs zu sensibilisieren. Auch mit einem anderen Tabuthema, der psychologischen Betreuung, geht der Innenverteidiger offensiv um. Selbstverständlich bespreche er sein Leben, seine Sorgen mit einem Therapeuten. Im Kollegenkreis würden mittlerweile auch Witze gemacht, auch das eine Möglichkeit der Aufarbeitung, meinte Baumgartl.

Die Niederlage in Frankfurt ordnete Baumgartl, der als Vertreter von Robin Knoche zentral in der Abwehrkette spielte, realistisch ein. „Verdient“ sei sie gewesen. Eine gute erste Viertelstunde reiche nicht. Aus der Bahn wirft sie weder Baumgartl noch Union. Auch nach acht Spieltagen bleiben die Eisernen als Überraschungsteam ganz oben. Trainer Urs Fischer hatte realistisch eingeordnet: „Das war heute zu wenig. Die Frankfurter waren wacher, schneller und schärfer in den Entscheidungen. Wenn wir uns nicht am absoluten Limit bewegen, wird es für uns schwer.“

BVB-Stürmer Haller nennt Unions Baumgartl ein Vorbild

Gut 20 Minuten berichtete Baumgartl über seine Hodenkrebserkrankung, das Weinen nach die Diagnose, die Chemotherapie, die Emotionen beim Comeback. Längst ist der Schwabe zu einer Symbolfigur geworden und „Vorbild“ für andere Betroffene wie der Dortmunder Stürmer Sebastien Haller in einem Videoclip erzählte, ein weiterer von insgesamt vier innerhalb weniger Monate erkrankten Bundesliga-Spielern neben den Hertha-Profis Marco Richter und Jean-Paul Boetius.

Baumgartl sprach von seiner „Reichweite“, seiner „Stimme, die ankommt in der Gesellschaft“. Für ihn ergibt sich daraus eine Verantwortung, andere junge Männer für das Tabuthema Hodenkrebs zu sensibilisieren. Auch mit einem anderen Tabuthema, der psychologischen Betreuung, geht der Innenverteidiger offensiv um. Selbstverständlich bespreche er sein Leben, seine Sorgen mit einem Therapeuten. Im Kollegenkreis würden mittlerweile auch Witze gemacht, auch das eine Möglichkeit der Aufarbeitung, meinte Baumgartl.

1. FC Union: 17 Punkte sind ein „gutes Polster“

Die Niederlage in Frankfurt ordnete Baumgartl, der als Vertreter von Robin Knoche zentral in der Abwehrkette spielte, realistisch ein. „Verdient“ sei sie gewesen. Eine gute erste Viertelstunde reiche nicht. Aus der Bahn wirft sie weder Baumgartl noch Union. Auch nach acht Spieltagen bleiben die Eisernen als Überraschungsteam ganz oben. Trainer Urs Fischer hatte realistisch eingeordnet: „Das war heute zu wenig. Die Frankfurter waren wacher, schneller und schärfer in den Entscheidungen. Wenn wir uns nicht am absoluten Limit bewegen, wird es für uns schwer.“

Auch der eiserne Mittelfeldmotor Rani Khedira wusste die erste Niederlage der Saison richtig einzuordnen: „Das fühlt sich nicht gut an. Es war irgendwann auch zu erwarten, dass du mal ein Spiel verlierst. Dafür ist die Bundesliga zu stark.“

Aber: Der 1. FC Union hat nach acht Spieltagen bereits 17 Punkte gesammelt. Für Khedira „ein gutes Polster“.

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