Beim letzten Aufeinandertreffen zwischen den Eisernen und Padeborn sicherte Union den Klassenerhalt in der Bundesliga. Foto: imago-images/Bernd König

Was war das nur für ein Jahr für den 1. FC Union. Bundesliga-Rückrunde, Corona-Pause, Klassenerhalt – dann ein überragender Saisonstart und zuletzt der nächste Heimsieg gegen Borussia Dortmund. Die Eisernen erlebten das wohl erfolgreichste, aber auch ungewöhnlichste Jahr ihrer Vereinsgeschichte und wollen nun im letzten Pflichtspiel 2020 noch einmal richtig absahnen. Bei 700.000 Euro Preisgeld heißt es gegen den SC Paderborn: Einmal spielen wir noch wach, heißa, dann ist Auszahltag!

Dass es dabei ausgerechnet gegen den von Steffen Baumgart trainierten Absteiger geht, ist auch so eine Geschichte. Denn mit dem knappen 1:0 im Juni vor heimischer Geisterkulisse schnürten die Köpenicker vor einem halben Jahr den Klassenerhalt auch rechnerisch fest, feierten danach erst einsam, später verbotenerweise auch mit einigen Fans auf dem Parkplatz.

Sechs Monate später sind die Unioner plötzlich in aller Munde. Der Klub ist die vielleicht spannendste Mannschaft im deutschen Fußball, begeistert nicht nur im In-, sondern auch im Ausland die Fußballfans und hat alle Mühe, die Erwartungen an das Team nach den zuletzt fabelhaften Leistungen im Zaum zu halten. 

Da kommt der Zweitligist zum Abschluss gerade recht. Die Mannschaft um Torjäger Dennis Srbeny spielt zwar bislang nur eine durchwachsene Saison, doch waren die Spiele zwischen den beiden Teams stets echte Spektakel, in denen die Paderborner die Köpenicker auch gerne mal überrumpelten. „Das Spiel wird sch*** schwer“, warnt deshalb auch Unions Sportchef Oliver Ruhnert, der das Preisgeld für den Sprung ins Achtelfinale gerne auch für potenzielle Verstärkungen einplanen würde.

Auch wenn es bei Union auf dem Papier eigentlich bestens läuft: Die Eisernen stellen die drittbeste Offensive der Bundesliga (!), weisen auch in der Defensive starke Werte auf und gehören bei den erzielten Treffern nach Standardsituationen zu den besten Klubs in Europa. 

Statistiken, die den Aufschwung des einst so kleinen Stadtteilklubs aus dem Berliner Südosten eindrucksvoll untermalen. Die Unioner sind im Jahr 2020 angekommen – in der Bundesliga, aber auch bei sich selbst. Sie haben den Sprung vom Underdog zum gestandenen Erstligaklub vollzogen und können sich am Dienstag nun noch einmal so richtig belohnen, ehe es in die völlig verdiente, wenn auch kurze Mini-Winterpause geht.