Die pure Freude: Jamie Leweling schreit sein Glück heraus nach dem 3:1 gegen die TSG Hoffenheim. Sein erster Treffer im Dress des 1. FC Union.
Die pure Freude: Jamie Leweling schreit sein Glück heraus nach dem 3:1 gegen die TSG Hoffenheim. Sein erster Treffer im Dress des 1. FC Union. Nordphoto/imago 

Der eine – Jordan Siebatcheu – freute sich über den Sieg, haderte aber mit seinem Fehlschuss. Der andere ärgerte sich vielleicht über zu wenig Spielzeit, konnte sich aber neben den drei Punkten auch über ein persönliches Glückserlebnis freuen. Denn Jamie Leweling erzielte beim 3:1 seinen allerersten Treffer für den 1. FC Union.

Auch gegen die TSG Hoffenheim kam der 21-Jährige zwei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit für Sheraldo Becker aufs Feld. Und dann kam die sechste Minute der Nachspielzeit. Konter über die rechte Seite, der U21-Nationalspieler geht steil. In der Mitte winkt Rani Khedira, doch Leweling will kein Abseits riskieren, macht das Ding selber. Voll Entschlossenheit und dem unbedingten Willen, sich zu belohnen. Deckel drauf gemacht. 

Sein erster Treffer für die Eisernen. Sein erster Bundesligatreffer seit dem 13. Februar des Vorjahres, als er für die SpVgg Fürth den Ehrentreffer beim 1:6 gegen Leipzig erzielen konnte. Man sah dem 1,84 Meter großen Angreifer an, wie viel Erleichterung ihm das verschafft hatte.

1. FC Union: Leweling sieht sich von einer Last befreit

„Es ist viel Last von mir abgefallen“, gab er offenherzig zu. „Als Stürmer will man natürlich Tore schießen. Hat lange nicht geklappt. Aber jetzt bin ich glücklich, dass ich es endlich geschafft hab und der Mannschaft helfen konnte“, sagte der Mann, den sich der 1. FC Union im vergangenen Sommer stolze vier Millionen Euro hatte kosten lassen. Viel Geld für ein Versprechen in die Zukunft.

Leweling hatte keinen leichten Stand seit seinem Sommerwechsel zum 1. FC Union. Er kam mit der Hypothek eines Außenbandrisses, zugezogen bei der U21-EM-Qualifikation beim 4:0 gegen Ungarn. Folglich verpasste der antrittsschnelle und dribbelstarke Angreifer Teile der Vorbereitung, konnte sich bei Trainer Urs Fischer nicht aufdrängen in der Vorbereitung.

Dabei gehört er zu den Kickern, die ein Eins-zu-Eins auch mal auflösen können. Die vielen englischen Wochen des 1. FC Union taten dann ein Übriges, dass er sich im Training nicht wirklich aufdrängen konnte, Fischer sehr oft anderem Personal vertraute.

Leweling glaubt an mehr Einsatzzeit beim 1. FC Union

Sein bestes Spiel machte er vielleicht beim 1:1 gegen Bayern München. Bei seinen anderen Kurzeinsätzen verhedderte er sich oft, wollte mit aller Macht das Besondere machen, um sich aufzudrängen. Oft wäre er einfache Ball der sinnvollere Ansatz gewesen.

Ich musste mich an den Fußball hier anpassen und viel lernen.

Jamie Leweling über sein erstes halbes Jahr beim 1. FC Union

Leweling suchte nach Verbesserungsmöglichkeiten und die Schuld nicht nur bei anderen. „Das erste Halbjahr war schon sehr schwierig für mich“, hatte er im Wintertrainingslager im spanischen  Campoamor erzählt. „Ich musste viel lernen, mich an den Fußball hier anpassen. Ich habe das Gefühl, ich komme jetzt immer besser rein und denke, die Rückrunde wird deutlich besser für mich verlaufen.“

Der Anfang dafür wurde mit seinem Tor gegen Hoffenheim gemacht. Vielleicht ein Brustlöser. Das sollte Selbstvertrauen, das in der Hinrunde kaum vorhanden war, bringen. Ein winziger Treffer für den 1. FC Union angesichts der bisher erzielten 27 Tore, aber ein großer Schritt für Leweling.

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