Stäbchen rein, alles fein. KURIER-Reporter Mathias Bunkus beim Antigen-Schnelltest in der Alten Försterei. Foto: Mathias Bunkus

Nun also ein Corona-Schnelltest. Genauer gesagt ein Sars-CoV-2-Antigen-Schnelltest. Ein bisschen aufgeregt war ich schon. Auch ohne schlechtes Gewissen. Bislang war ich in den letzten zwölf Monaten ohne so etwas ausgekommen. Auf Kosten meines sozialen Lebens versteht sich. Risiko-Begegnungen vermeidet man ja konsequenterweise durch Begegnungen überhaupt.

Maske tragen war nur dann blöd, wenn man dabei eine Brille aufhaben musste. Schreiben Sie mal Texte mit beschlagenen Gläsern. Auch wenn einige Scherzbolde hier einflechten könnten, das würde meinen Berichten nur guttun. Ich befolgte die AHA-Regeln, ich praktizierte „Social Distancing“ und schloss mich #stayathome-mäßig zu Hause ein.

Sofa. Homeoffice. Manchmal identisch. Vollverfettung garantiert. Parship schlägt mir seit Wochen Netflix als perfektes Match vor. Ein, zwei Besuche bei Freunden waren die Ausnahme. Über Monate hinweg. Ist das noch Leben?

Nun der Gang ins Stadion. Viel früher als sonst. Hatte ja keiner Ahnung, wie lange das Testprozedere  wirklich dauern würde. Das ganze war gepaart mit dem ungewissen Gefühl: Was passiert wenn? Und was, wenn der Test fehlerhaft sein sollte? Wie oft kommt das vor? Ein positiver Befund und ich würde heute erst mal nicht meine Arbeit machen können. Ich gehe ja nicht nur zum Vergnügen in die Alte Försterei. Von den medizinischen Komplikationen will ich hier erst gar nicht groß anfangen. 

Das Testkit vor dem Einsatz. Foto: Mathias Bunkus

Auch die Frage, ob Union das alles technisch geregelt bekommen würde, beschäftigte mich nicht zu knapp. Einfahrt Parkplatz. Kurzer Gang zur Haupttribüne. Keine Schlangen. Sehr erfreulich. Wird aber an Tagen mit Publikumsverkehr anders sein.

Oben nahm mich Ex-Unionprofi Michael Parensen in Empfang. Testkit bekommen, in einer der acht Boxen verschwunden. Kurze Aufklärung, Stäbchen rein. Gibt Angenehmeres. Aber auch viel Schlimmeres. Zahnschmerzen zum Beispiel. 

Dann heißt es: warten. Auf dem kalten Parkplatz. Eine Viertelstunde bis zum Resultat. Immer wieder der Blick aufs Handy. Bisschen nervös bin ich doch. Immer noch keine SMS. Dazu Regen. Natürlich. Musste auch noch sein. Pokémon Go vertreibt die Zeit. „Na, Bunki, hast dich testen lassen“, wird man alle Nase lang angesprochen. Ich muss mal. Mist. Alle Klos sind im Stadion. Da darf ich noch nicht rein. Es heißt weiter warten. Und warten. Und, aber das hatten wir bereits. 

Die glücklich machende SMS: Ich darf rein. Foto: Mathias Bunkus

Dann endlich vibriert mein iPhone. Nach 15 Minuten. Alles gut. Wie versprochen. Resultat negativ. Ich darf rein. Puh. Ich hatte zwar wenig zu befürchten gehabt, aber man weiß ja nie. „Ich hatte mir eigentlich auch nichts anderes vorstellen können“, scherzte ich noch bei Parensen. „Das geht den meisten so“, war nur seine trockene Replik. Es ist halt eine Pandemie. Auch wenn das viele mittlerweile verdrängen wollen, wenn man die Massenaufläufe auf den Straßen so sieht. 

Geglückte Premiere für mich also. Gelungenen Generalprobe für Union. Insgesamt ließen sich 165 von 280 berechtigten Personen testen. Das entspricht einer Quote von 59 Prozent. Und alle waren negativ. 

Aber so kann es gehen mit der Rückkehr von Zuschauern. Es ist der Hoffnungsschimmer auf die Rückkehr zu einem Stückchen Normalität. Und das tut einfach nur gut.