Provozierendes Plakat in den Reihen der Malmö-Fans. Und einige Unioner sind auch noch so naiv, über das hingehaltene Stöckchen zu springen.
Provozierendes Plakat in den Reihen der Malmö-Fans. Und einige Unioner sind auch noch so naiv, über das hingehaltene Stöckchen zu springen. Imago/Matthias Koch

Eigentlich hätte ich mich an dieser Stelle gerne nur über den Sport ausgelassen. Also, wie toll das ist, dass der 1. FC Union in UNTERZAHL trotzdem bei Malmö FF mit 1:0 gewinnt und damit das Tor zum Überwintern in der Europa League ganz weit aufstößt. Hätte man eigentlich gar nicht genug bejubeln können und Sheraldo Becker für das erste eiserne Tor in diesem Wettbewerb einfach nur niederknutschen müssen. Doch wir müssen uns mit mehr als nur dem nackten Ergebnis befassen. Leider!

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Ich will nicht behaupten, dass der 1. FC Union schon ein ernsthaftes Problem mit Teilen seines Anhangs hat. Aber das Eis ist dünn. Nur ewig den Kuschelkurs zu fahren, kann es auf Dauer nicht sein. Siebenundzwanzig Minuten war die Partie unterbrochen. SIEBENUNDZWANZIG. Weil sich Dinge abspielten, die mit dem Fußball nicht zu tun haben. Viel fehlte nicht zu einem handfesten Skandal.

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Ohne auf die Ultras als die vermeintlichen Bösewichte zu zeigen! Dass die Partie in Malmö fast eine halbe Stunde unterbrochen gewesen war und kurz vor dem endgültigen Abbruch stand, da müssen sich einige Rot-Weiße auch an die eigene Nase fassen. Mir geht es nicht um Pyro an sich. Sondern um den Umgang damit. Das Zeug gehört NUR in die Hand, niemals aufs Feld.

Und ja doch, dass die ersten Raketen wohl von schwedischer Seite abgefeuert wurden, scheint offensichtlich. Und die Herthaner dort im Block waren auch nicht zu übersehen. Dazu sollen sich auch andere Farben in Malmö aufgehalten haben. Aber muss man wie ein bockiges Kind auf diese Provokationen reagieren? Kann man nicht mal über den Dingen stehen? Was juckt es die deutsche Eiche, wenn der Eber sich an ihr reibt? Man nennt’s Verstand und braucht’s allein, nur tierischer als jedes Tier zu sein ...

Und komme mir keiner damit, dass man die Akteure, die die „Antworten“ aus dem Union-Block abfeuerten, nicht kennt. Wenn sie aus den eigenen Reihen gekommen sein sollten, wäre das noch verwerflicher. Man kann das unterbinden. Wenn man es überhaupt will. Hier ist auch der 1. FC Union als Verein gefordert, der sich ja immer damit rühmt, im ständigen Dialog mit seiner Fanszene zu sein.

Wenn die Partie abgebrochen worden wäre, hätte Union keinen Sieg mehr feiern können. Europa wäre wohl endgültig erledigt gewesen. Wie heißt es so schön in einem Fangesang? Alles, was zählt, ist der Verein. Vielleicht einfach noch mal über den Sinn dieser Worte nachdenken. Und danach auch handeln! Und zwar alle!!

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