Da möchte man nur ganz dick die Backen aufplustern und alles vergessen: Unions Abwehrspieler Paul Jaeckel und Robin Knoche.
Da möchte man nur ganz dick die Backen aufplustern und alles vergessen: Unions Abwehrspieler Paul Jaeckel und Robin Knoche. Imago/Rudel

Natürlich waren die Gesichter lang nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Deniz Aytekin, der mit einigen Entscheidungen das Spiel nicht zugunsten des SC Freiburg entschieden hatte, aber leichter gemacht hat er es den Eisernen mit Sicherheit nicht. So reagierten die Köpenicker nach dem Abpfiff des 1:4 im Badischen.

„Es war ein Albtraum“, räumte Paul Seguin ein. „Sofort der Elfmeter, dann das 2:0, dann dass wir den Elfmeter verschießen. Mit der Roten Karte war das Spiel einfach gelaufen. Danach war es einfach nur noch Schadensbegrenzung. Ärgerlich. Vielleicht waren wir am Anfang nicht so ganz wach, dabei hatte ich vor dem Spiel eigentlich ein gutes Gefühl. Ich bin ziemlich frustriert, dass wir hier heute nichts mitgenommen haben“, so ein sichtlich konsternierter Seguin. 

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Unions Robin Knoche wollte es zu genau machen

„Die Anfangsphase hat uns einfach gekillt. Dann ist es schwer zurückzukommen, wenn du hier 75 Minuten in Unterzahl spielen musst. Nur zu spielen, dass du die Hütte nicht voll kriegst, ist ein schwieriges Spiel“, pflichtete ihm Robin Knoche bei. 

Ihn persönlich ärgerte auch sein vergebener Strafstoß. Bei einem schnellen Anschlusstreffer zum 1:2 hätte der Kick eine ganz andere Entwicklung nehmen können. „Gerade wenn es 0:2 steht, da willst du den Ball so schießen, dass er überhaupt keine Chance hat, ranzukommen. In dem Moment habe ich wohl einfach zu genau geschossen und der Ball ging an den Pfosten. Passt einfach zu dem heutigen Abend“, so der eiserne Abwehrchef.

Auch sein Trainer Urs Fischer hatte sichtlich mit dem Spielausgang zu ringen. „Im Moment schmerz das einen sehr und man hat Mühe, es zu verstehen. Die zweite Halbzeit haben wir dann mit Anstand zu Ende gespielt. Mit einer gewissen Distanz darf auch dieses Spiel  die bislang so tolle Spielzeit nicht runterziehen. Ab wenn die Halbserie mit so einem Spiel zu Ende geht, ist halt schon eine Enttäuschung ist spürbar“, sagte der Schweizer Fußballlehrer. 

Es waren einige Dinge, die ihn aufregten. „Du bekommst unglücklich einen Elfer, das gilt es dann auch mal zu akzeptieren. Aber wenn ich mir das zweite und dritten Gegentor anschaue, wo es um Restverteidigung geht, um Kompaktheit, wenn ich das nach so einem Spiel wie in nach Leverkusen wieder sehe, dann nervt es“, meinte der 56-Jährige.

Union-Trainer Fischt sucht keine Ausreden

Auf eine mögliche Entschuldigung aufgrund der vielen Spiele, was ja für seine Truppe kein Alltag ist, wollte er sich gar nicht erst einlassen. „Mehrfachbelastung wäre mir zu einfach. Wir haben es Freiburg viel zu einfach gemacht“, haderte er mit seinem Team. 

Auf das er grundsätzlich stolz ist. „Wahnsinn, was die Mannschaft geleistet hat. Wir stehen mit 27 Punkten da,  überwintern europäisch, sind noch im Pokal dabei. Im Kalenderjahr haben wir, glaube ich, 57 Punkte geholt. Das ist phantastisch,  aber der letzte Eindruck, den nimmst du mit“, so Fischer nach dem letzten Spiel der Liga vor der WM-Unterbrechung.

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