Die Profis des 1. FC Union könnten sich diese Saison ein neues Denkmal bauen. Mit einem Sieg im Pokalviertelfinale gegen St. Pauli wäre ein Anfang gemacht.
Die Profis des 1. FC Union könnten sich diese Saison ein neues Denkmal bauen. Mit einem Sieg im Pokalviertelfinale gegen St. Pauli wäre ein Anfang gemacht. imago/Matthias Koch

Das ist es ja wieder! Das nächste K-Wort, das in Köpenick so verpönt ist wie der Name eines vor Kurzem abgewanderten Fußballprofis mit norddeutscher Herkunft. Vor dem Viertelfinal-Kracher im DFB-Pokal zwischen dem 1. FC Union und dem FC St. Pauli am Dienstag in der Alten Försterei (20.45/ARD) steht ein Wort bei den Eisernen genauso auf dem Index wie bei den Jungs von der Reeperbahn – Kultklub.   

Es ist ein Label, das den Kontrahenten gerne von außen übergestülpt wird, mit dem sie aber beide nichts anfangen können.

1. FC Union gegen FC St. Pauli: Duell der Andersdenkenden?

Klar machen beide einiges anders als manch andere Profivereine. Aber das eben aus bewusster Überzeugung und nicht, um einer Andersartigkeit zu frönen. Unions Boss Dirk Zingler und Oke Göttlich (St. Pauli) reden auch in heiklen Fragen und abseits der Fußballthemen konsequent Klartext.

Was nicht immer allen gefällt. Eine große Presseagentur verpasste daher dem Kick schon das marktschreierische Etikett „Duell der Andersdenkenden“. Mag ja sogar ein Körnchen Wahrheit drin sein, wird aber vor allem in den Ländereien längs der Wuhle nicht als Selbstzweck betrieben.

1. FC Union will sich von Hertha BSC abgrenzen

Dennoch hat man es verstanden, das Image des etwas anderen Klubs zu nutzen, sich beispielsweise in der Hautstadt als deutlich abgrenzbare Alternative zu Hertha BSC und seinem Millioneninvestor Lars Windhorst zu etablieren, ohne das aber alles auszuschlachten.

Antikommerzklubs? Geht ja gar nicht, wenn man im Profizirkus mitspielen will. Natürlich muss man im Chor der Wölfe mitheulen. Ansonsten könnte man ja eben auch in der Kreisliga kicken. „Die mythische Überhöhung der Dinge sollten wir nicht übertreiben. Die Antikommerzvereine spielen ja auch mit Sponsoren und haben einen Schriftzug auf der Brust“, machte Unions Mediendirektor Christian Arbeit noch einmal deutlich.

Union und die Chance auf ein neues Pokal-Denkmal

Für die Eisernen ist dieses Match daher eher ein Fight zwischen langjährigen Wegbegleitern, deren Pfade sich in den letzten zweieinhalb Jahren durch den Erstliga-Aufstieg der Eisernen nicht mehr gekreuzt haben und die sich nun in einem Spiel wiedersehen, das darüber mitentscheiden kann, ob nach der Generation der 68er mit ihrem FDGB-Pokalsieg womöglich Bedarf für ein neues Denkmal vor der Alten Försterei entstehen könnte.

Ein Spiel, das an Zugkraft beidseitig nicht verloren hat. Man hätte weitaus mehr als die 10.000 erlaubten Tickets an den Fan bringen können. Auch an der Elbe war die Nachfrage nach Tickets hoch. Leider, so Arbeit, kämen die Öffnungsschritte vom Land für die Eisernen „ein paar Tage zu spät“.

Die glücklichen Gewinner des Losverfahrens werden trotzdem alles raushauen, für eine stimmungsvolle Kulisse sorgen, die die Köpenicker zum zweiten Mal in ihrer Geschichte bis ins Halbfinale des DFB-Pokals bringen soll.

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