Union-Trainer Urs Fischer beginnt gleich nach dem Schlusspfiff des Pokal-Kampfs am Mittwoch mit der Aufbauarbeit fürs Punktspiel am Sonnabend. Foto: Imago/Christian Schroedter

Es hat was von Europapokal im Turbo-Modus. Mittwoch das Hinspiel, drei Tage später sieht man sich wieder. Nur muss der 1. FC Union zweimal auswärts ran. Nach dem unglücklichen 1:2 im Halbfinale des DFB-Pokals geht es am Sonnabend (15.30 Uhr) in Leipzig gegen RB um Bundesliga-Punkte.

Das Pokal-Aus in der Nachspielzeit sitzt bei den Eisernen noch in den Köpfen. Trainer Urs Fischer ist deshalb vor allem als Psychologe gefragt. Der Schweizer nimmt auch diese Rolle gewohnt unaufgeregt an: „Niederlagen, egal gegen wen und in welchem Wettbewerb, tun immer weh. Man muss das aus dem Kopf bekommen.“

Union-Trainer Urs Fischer lobt sein Team

Nur wie? „Es ist nicht so einfach. Ich glaube, die Enttäuschung nimmt man noch ein bisschen mit. Es geht darum, wie man damit umgeht. Es darf die Leistung nicht beeinflussen.“

Deshalb geht Fischer in die Offensive: „Die Mannschaft hat eigentlich ein tolles Spiel gemacht. Wir wissen, dass wir das, was wir auf den Platz gebracht haben, bestätigen und noch ein bisschen was drauf legen müssen, um etwas Zählbares mitzunehmen. Man muss auch immer wieder aufstehen.“

Die Eisernen haben Eindruck hinterlassen

Kleiner Trost: Die Köpenicker haben auch bei den nun seit 15 Pflichtspielen ungeschlagenen Roten Bullen mächtig Eindruck gemacht. Coach Domenico Tedesco: „Wir haben am Mittwoch gespürt, was für ein unangenehmer Gegner Union ist. Es ist kein Zufall, dass sie um die internationalen Plätze mitspielen und im Pokal-Halbfinale waren.“

Bleibt die Frage, wer wen in zwei Spielen so kurz auseinander vielleicht doch noch überraschen kann. Fischer muss auf jeden Fall Timo Baumgartl ersetzen, der gegen Frankfurt (2:0) die fünfte Gelbe Karte sah. Das wird ein Fall für Dominique Heintz. Auf den Außen bringt der Coach mit Julian Ryerson (rechts für Christopher Trimmel) und Niko Gießelmann (links für Bastian Oczipka) ausgeruhtes Personal.

Leipzigs Emil Forsberg diesmal kein Joker

In diese Richtung gehen auch Tedescos Überlegungen: „Das war ein echter Pokal-Fight, der Kraft gekostet hat. Es wird wichtig sein, wieder Frische auf den Platz zu bringen. Aber das gibt unser Kader zum Glück auch her.“ Wahrscheinlich ist, dass er auf mehr als drei Positionen wechseln wird.

Einen Trumpf gibt der RB-Trainer aber freiwillig aus der Hand. Edel-Joker Emil Forsberg, der Union per Kopf den Pokal-K.-o. (90.+2) verpasst hatte, wollte wieder auf die Sieg-Taktik setzen und beschrieb die so: „Emil einwechseln und gewinnen.“

Nix da, Tedesco bringt den Schweden diesmal von Beginn an. Deshalb wechselt Forsberg zu Plan B: „Wir wollen schnell spielen, hinter die Kette kommen, da gibt es ein paar Varianten.“

Hat Unions Taiwo Awoniyi mehr Glück?

Abwarten, denn Union will auf keinen Fall erneut als Verlierer vom Platz gehen. Urs Fischer: „Wir haben den Jungs viel Positives gezeigt, aber auch die eine oder andere Aktion, in der wir es eben noch besser machen müssen.“

Klar, da ist natürlich das späte Gegentor. Aber da war auch die große Chance, in der Taiwo Awoniyi um eine Fußspitze das 2:0 vergab. Wäre er eine Winzigkeit schneller gewesen, wäre der Deckel vielleicht drauf und Union im Endspiel …

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