Dirk Zingler hat sich in einem großen Interview mit dem Fachmagazin kicker geäußert. Foto: dpa

Er spricht nicht gerade jede Woche in Mikrofone, aber wenn Dirk Zingler (56) dann öffentlich redet, hat er auch was zu sagen. Der Union-Boss gab dem Fachmagazin kicker in dessen neuester Ausgabe ein großes Interview. Der KURIER fasst die wichtigsten Aussagen zusammen. Zingler über...

...das Bemühen, wieder ein volles Stadion zu bekommen. „Dass ein Teil der Zuschauer mit Abstand wieder ins Stadion darf, ist ein guter Anfang, aber es ist nichts, was wir auf Dauer machen können. Menschen brauchen sozialen und körperlichen Kontakt, brauchen Nähe. Unser Sport lebt doch davon. Deshalb verfolgen wir unser Konzept der präventiven Tests weiterhin sehr intensiv. Es geht ja, das haben wir immer gesagt, nicht nur um Fußball. Es kommt darauf an, Lösungen zu finden – für den Sport, die Kultur, für Konzerte und viele weitere Veranstaltungen. Dabei muss der Gesundheitsschutz natürlich an erster Stelle stehen.“

...seine Rolle als Problemlöser. „Ich betrachte es als sehr verantwortungsvoll, sich um Lösungen zu bemühen. ... Je höher die Infektionszahlen steigen, desto stärker müssen wir uns um Lösungen bemühen und auch bereit sein, um diese öffentlich zu ringen.“

...Unions wirtschaftliche Lage in Corona-Zeiten. „Es ist für alle, die auf Menschen bei ihren Veranstaltungen angewiesen sind, eine riesengroße wirtschaftliche Herausforderung. Wenn ich die Geschäftsjahre 2019/20 und 2020/21 zusammennehme, haben wir Verluste im zweistelligen Millionenbereich. Wir sind aber optimistisch, dass wir es meistern werden.“

...das zweite Jahr in der Bundesliga. „Es wird gleich schwer wie in der vergangenen Saison. Das ist unabhängig davon, die wie vielte Saison im Oberhaus es ist. Wir sind ein sehr junger Bundesligist, der um seine Wettbewerbsfähigkeit ringen muss. Schauen wir mal, wo wir uns in fünf Jahren verorten. Eine Weiterentwicklung geht über Jahre.“

...die Verteilung der TV-Gelder. „Der wichtigste Faktor für einen ausgeglichenen Wettbewerb ist gleich gute Arbeit – und nicht gleiches Geld. Wir haben ja in den vergangenen Jahren genug Beispiele gesehen, bei denen viel Geld und schlechte Arbeit nicht zu einem ausgeglichenen Wettbewerb geführt haben. Wenn wir versuchen, durch Geldverteilung schlechte und gute Arbeit auszugleichen, zerstören wir unseren Sport. Viel Geld kann auch Nachlässigkeit bedeuten. Wir können durch Geldverteilung allein keinen ausgeglichenen Wettbewerb erzeugen. Wir können aber versuchen, eine gerechtere Geldverteilung zu erreichen.“