Keine Farben, die beim Union-Anhang Begeisterung auslösen werden: Julian Ryerson in Schwarz-Gelb.
Keine Farben, die beim Union-Anhang Begeisterung auslösen werden: Julian Ryerson in Schwarz-Gelb. Borussia Dortmund

Fußball ist ein grausames Geschäft. Der Große frisst die Kleinen. Und auch der 1. FC Union musste gerade einmal wieder diese bitterliche Erfahrung machen, dass Platz fünf in der Tabelle zwar ein Platz unter den Großen der Liga ist, die Eisernen aber weiterhin ein kleiner Fisch im Karpfenteich der Bundesliga sind. Dafür ist der Wechsel von Julian Ryerson zu Borussia Dortmund ein beredtes Beispiel. 

Die 5 Millionen Euro, die nun als Ablöse aus dem Pott nach Köpenick fließen werden, entschädigen nicht wirklich. Das Bild von Ryerson im schwarz-gelben Dress der Borussia ist zudem Salz in der Wunde, die der plötzliche Blitz-Wechsel des Außenverteidigers nach Dortmund geschlagen hat. 

Nicht wenige beim 1. FC Union hatten in dem 1,83 Meter großen Norweger schon den künftigen Capitano gesehen, der eines Tages den Platz von Christopher Trimmel nicht nur auf dem Feld einnehmen würde. Viereinhalb Jahre hatte er mit Stolz das Dress der Eisernen getragen, insgesamt 109 Spiele absolviert. Und es hätten noch viel, viel mehr werden können.

Ryerson macht den nächsten Schritt vom 1. FC Union zum BVB

Doch wer will ihm diesen Wechsel verdenken? Dreieinhalbjahresvertrag, Gehaltsverdoppelung – mindestens –, sofort Champions League und die Aussicht, jedes Jahr international spielen zu können. Das konnte ihm in Köpenick keiner garantieren. Egal wie toll das Abschneiden der Eisernen bislang gewesen ist.

Sieht sein nun Ex-Kollege Timo Baumgartl übrigens auch so: „Man muss auch ehrlicherweise sagen, dass jeder normale Arbeitnehmer auch bei einem deutlich besseren Angebot gehen würde. Dieser Wechsel ist legitim. Das ist auch im Fußball so. Julian ist mit Union seit 2018 einen Weg gegangen und mit dem Klub stetig gewachsen. Wenn ein Team erfolgreich spielt, weckt das nun mal Begehrlichkeiten.“

Manager Oliver Ruhnert kommentiert den Transfer von Ryerson, der ihm nun unerwartet und zur Unzeit viel Arbeit mit der Suche eines Ersatzes beschert, so: „Julian hat sich in seiner Zeit bei uns kontinuierlich entwickelt. Wir sind stolz, dass Union einen Teil zu Julians Entwicklung beitragen konnte, und bedauern, dass wir ihn trotz großer Bemühungen nicht halten konnten. Wir wünschen ihm persönlich viel Erfolg in Dortmund.“

1. FC Union: BVB hatte Julian Ryerson bereits auf dem Zettel 

Dass der Wechsel nun so plötzlich über die Bühne gegangen ist, ist übrigens ein deutliches Indiz dafür, dass der BVB den Halbamerikaner schon länger auf dem Radar hatte und nun eben nur einen angedachten Sommerwechsel vorgezogen hat, weil Thomas Meunier kurzfristig und für Wochen ausfällt. Im Pott wusste man offenbar genau über die Vertragssituation bei Ryerson Bescheid und dass Union keine Chance auf ein Veto hatte. Bitter! Aber der Große frisst den Kleinen.

Deshalb ist es ja so schön, wenn der Kleine dem Großen mal eins auswischen kann. Und für die Eisernen ergibt sich nun ein weiteres Saisonziel: Einfach am Saisonende weiter vor dem Tabellennachbarn stehen. Denn noch ist der BVB hinter den Eisernen. 

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