Marvin Friedrich, Grischa Prömel, Christopher Trimmel & Co. bedanken sich bei ihren Fans im Olympiastadion für die Unterstützung. City-Press/Moritz Eden

Unions märchenhafte Europareise ist zu Ende. Durch das 1:1 gegen den tschechischen Meister Slavia Prag entpuppte es sich nicht als eins der Gebrüder Grimm, wo der Prinz am Ende die Braut kriegt und sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage weiterleben. Sondern es war eher eins der Art von Hans Christian Andersen, bei dem sich die Meerjungfrau am Ende zu Meerschaum verwandelt. 

So traurig das auch im ersten Moment sein mag, hat es doch etwas Tröstendes. Denn als wiedergeborener Luftgeist hat die kleine Meerjungfrau jetzt doch die Chance, eine Seele zu erlangen. Ähnlich ergeht es jetzt den Eisernen. Natürlich überwiegt im ersten Moment die Trauer über eine verpasste Möglichkeit. Denn die Chance darauf, in Europa zu überwintern, war da. Letztlich kosteten zu viele individuelle Fehler Union das Weiterkommen.

Fing an mit der Ampelkarte beim 1:3 in Prag für Paul Jaeckel, setzte sich mit Andreas Luthes Aussetzer beim 1:2 gegen Feyenoord fort und gipfelte nun in Timo Baumgartls Fehlpass mit dem daraus resultierenden Rückstand beim 1:1 gegen Slavia. In der Liga tritt Union mit einer recht alten erfahrenen Mannschaft an, in Europa war diese Truppe aber ungeachtet irgendwelcher biologischen Lenze zu unerfahren. Man habe „Lehrgeld“ zahlen müssen, wie Trainer Urs Fischer korrekterweise anmerkte. Und wenn man das alles in toto Revue passieren lässt, muss man zugeben, dass sich mit Rotterdam und Prag zwei bessere Teams durchgesetzt haben. 

Union hat mehr erreicht als erwartet

Doch dieses Aus ist kein Rückschlag. Das wird Union nicht umwerfen. Die Play-offs überstanden zu haben, bis zum finalen Spieltag der Gruppenphase dabei zu sein, ist mehr, als man vor der Saison hatte erwarten dürfen. Zu wissen, dass man nah dran war, dürfte für die Entwicklung der Mannschaft zudem förderlich sein. Es war ja nicht alles schlecht. Und das Erlebte weckte mit Sicherheit die Lust auf mehr. 

Der kräftezehrende Tanz auf drei Hochzeiten, der ja in der Liga auch dazu geführt hatte, dass einige Zählerchen liegen gelassen wurden durch mangelnde Konzentration in der Schlussphase einiger Kicks, ist nun vorbei. Union kann sich wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

In der Liga ist nicht ausgeschlossen, dass Union wieder auf einem der Plätze einkommt, die das internationale Geschäft bedeuten. Und vielleicht ist ja in einem anderen Cup, dem nationalen eben, noch ein weiteres Märchenkapitel drin. Unions Heimspiele im Olympiastadion sind vorbei. Es kommen lediglich zwei Auswärtsauftritte in Liga und Pokal noch hinzu. Ein dritter wäre auch noch möglich. Beim Finale am 21. Mai dabei zu sein, wäre doch noch einmal eine schöne Pointe. Dafür braucht es ja nur noch drei Siege. Den ersten schon im Januar beim zweiten Duell um die Stadtmeisterschaft gegen Hertha BSC.

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