Sheraldo Becker feierte sein Tor gegen den VfL Wolfsburg nach wenig Freude in den vergangenen Woche ausgelassen.  dpa

Sheraldo Becker jubelte, als gäbe es kein Morgen mehr. Mit seiner Freude nach seinem 2:0 gegen Wolfsburg steckte der Stürmer in der Försterei alle Fans des 1. FC Union an. Feierten die meisten vor allem den sich anbahnenden Sieg über die Wölfe, war es für Becker ein Tor der Befreiung. Dieser Treffer tut ihm so gut.

Keine 14 Tage ist es her, da machte sich Becker über seine Situation etwas Luft, wählte den Weg über die Öffentlichkeit, kokettierte indirekt mit einem Abgang, wenn sich bis zur Winterpause an seinem Status nichts ändern sollte. Was eh schon kein Trainer gerne sieht wurde mit seiner durchwachsenen Leistung im Test gegen St. Gallen (1:3) zum Eigentor.

Unions Fischer lobt Beckers Reaktion

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Abgehakt. Auch wenn sein Tor zeigte, wie dicht Glück und Pech im Fußball beieinander liegen können.

Ein richtiges Kopfballungeheuer wird Becker sicherlich nicht mehr. Doch bei der butterweichen Flanke von Andreas Voglsammer, brauchte der 26-Jährige fast nur seinen Schädel hinhalten, um Koen Casteels zu bezwingen. Beinahe hätte Becker dennoch die Kugel dem Keeper genau in die fangbereiten Hände serviert, aber zu greifen bekam der Schlussmann der Wölfe das Spielgerät dann doch erst hinter der Linie. Die Torlinientechnik signalisierte schnell: Treffer.

Imago
Drin, egal wie: Unions Sheraldo Becker trifft per Kopf und mit ein wenig Glück gegen den VfL Wolfsburg. 

Riesenjubel im Stadion. Völlige Ekstase bei Becker. So wie er nach dem Treffer jubelte, war klar, der hat mit Union noch lange nicht abgeschlossen.

Becker glaubt an seine Chance bei Union

„Das ist genau die Antwort, die du als Trainer sehen willst. Er ist nicht richtig zufrieden mit seiner Situation, aber wenn auf Platz kommt ist er da. So wünscht sich das ein Trainer“, meinte Urs Fischer.

Es könnte nun eine ganz tolle Woche für Becker werden. Donnerstag steht das Conference-League Spiel gegen Feyenoord (18.45 Uhr) an. Gut, ist nicht in seine Geburtsstadt Amsterdam, wo er in der berühmten Ajax-Schule das fußballerische Abc erlernte, aber immerhin sein Heimatland.

Vielleicht gibt es da eine Startelfchance? Fischer rotiert gerne im Europacup. Und Becker scheint seine Lektion gelernt zu haben, hielt sich verbal zurück: „Ich bin glücklich, dass ich ein Tor geschossen habe. Ich arbeite hart, ich trainiere hart. Meine Chance wird kommen.“

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