Wütend gestikuliert Unions Manager Oliver Ruhnert in der Schlussphase eines heiß umkämpften Matches.  Foto: Matthias Koch

Die Aufregung war groß, als in der Nachspielzeit der ansonsten sehr umsichtige Unparteiische Benjamin Cortus den Stuttgartern noch einen Abstoß schenkte. Alle im Stadion hatten gesehen, dass nicht Max Kruse die Kugel zuletzt berührt hatte. Wütende Proteste von der Union-Bank. Die nicht nominierten und verletzten Spieler der Eisernen wüteten auf der Tribüne. Es war lauter in der Alten Försterei als sonst in den gesamten 90 plus 3 Minuten zuvor. Die Stuttgarter nahmen das unverhoffte Präsent achselzuckend an. Einem geschenkten Gaul schaut man halt nicht ins Maul. Schließlich wollte sie noch den Ausgleich. Hier ging es um was, das war allen anzumerken. 

„Jetzt, wo wir unsere Ziele erreicht haben, wollen wir natürlich noch ein bisschen mehr“, gab Christopher Trimmel, der Mann des Tages, hinterher zu Protokoll. Die Motivation sei absolut da bei den Eisernen. Trimmel hat übrigens die alte Maxime der Köpenicker nicht vergessen angesichts des Restprogramms und der Tatsache, dass die Mitbewerber um die internationalen Startplätze ebenfalls gepunktet haben. „Es ist eine verrückte Liga. Wir müssen weiter von Spiel zu Spiel schauen, dass wir gut durchkommen. Jetzt geht es ans Eingemachte“, so der Kapitän der Eisernen nach einem Sieg des Willens und des Einsatzes. Tugenden, mit denen man Großes erreichen kann. 

Verrückt? Ja! Aber schön verrückt. Und wenn es dann doch nicht klappt mit Europa, ist das nicht schlimm. Niemand wird Union die Köpfe abreißen nach so einer Spielzeit, in der man beim Start neben Bielefeld als erster Mitabsteiger galt und nun von der eigentlich besser befähigten Konkurrenz oben gefürchtet wird. Zu recht übrigens. Denn diese Eisernen muss man ernst nehmen.