Lasst uns alle fröhlich sein! Die Kicker des 1. FC Union feiern den Last-Second-Sieg gegen Mönchengladbach.
Lasst uns alle fröhlich sein! Die Kicker des 1. FC Union feiern den Last-Second-Sieg gegen Mönchengladbach. City-Press/Florian Pohl

Vier Jahre erst tummeln sich die Eisernen jetzt in der Bundesliga. Der Wahnsinn vom Sonntag mit dem 2:1 gegen Mönchengladbach sucht sicherlich seinesgleichen. Sieg in letzter Sekunde trotz zweier aberkannter Tore – ein echtes Wunder von der Wuhle. Ein Einzelfall? Mitnichten! Gräm dich nicht, Gladbach! Nahezu alle Ligakonkurrenten haben schon ein Waterloo im Ballhaus des Ostens erlebt. Da wir den Moment im Herzen behalten sollen, wie Pressesprecher Christian Arbeit forderte, schauen wir einfach noch einmal auf weitere herzerwärmende Wunder von der Wuhle.

Ganz oben im Ranking steht sicherlich auch der allererste Bundesligasieg der Köpenicker. Nach dem Aufstieg starteten die Köpenicker schlecht. Einer 0:4-Klatsche gegen einen nahe bei Markranstädt beheimateten Verein folgte ein mühsames Remis in Augsburg. Und dann kam ausgerechnet Vizemeister Borussia Dortmund in die Alte Försterei. Hätte den Aufsteiger tief in einen Abstiegssog stürzen können. 

Bülter lässt die Alte Försterei erbeben

Es kam anders. Denn ein unfassbarer Marius Bülter versenkte den BVB mit einem Doppelpack, Sebastian Andersson setzte den Schlusspunkt – der 1. FC Union war in der Bundesliga angekommen. 

In der gleichen Spielzeit kulminierte das Hauptstadtderby gegen Hertha BSC in der Schlussphase. Die Alte Försterei explodierte – und nein, damit sind nicht die unsäglichen Raketen aus dem Hertha-Block gemeint –, als Sebastian Polter einen Elfmeter nach ewig langer Wartezeit kurz vor Ultimo zum 1:0 versenkte. Der Beginn einer sportlichen Wachablösung in Berlin, die sich damals noch nicht abzeichnete. 

Erinnern Sie sich noch an den Mann, der Donnerstags nie Zeit haben wollte? Ausgerechnet Max Kruse war es, der im zweiten Bundesligajahr die Eisernen am letzten Spieltag der Saison gegen das verhasste Produkt aus Leipzig zum ersten Sieg in Deutschlands Eliteklasse köpfte. Sein Treffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit bedeutete Rang sieben und die Qualifikation für Europa. Einmal mehr stand die Alte Försterei Kopf. 

Magischer Moment des 1. FC Union gegen Bochum

Keine magische Nacht, aber ein magischer Moment spielte sich unweit der Wuhle in der Vorsaison ab. Am letzten Spieltag mussten die Eisernen den Angriff der Kölner abwehren, um sich erneut für die Conference League zu qualifizieren. Grischa Prömel und Taiwo Awoniyi hatten gegen Bochum für ein 2:2 gesorgt. Doch der Nigerianer packte noch einen drauf. Nachspielzeit, 90.+2, Siegtreffer gegen den VfL und damit der Sprung auf Platz fünf. Die Eisernen zogen sogar in die Europa League ein. 

Taiwo Awoniyi  überwindet Bochums Keeper Michael Esser und schießt den 1. FC Union in die Europa League.
Taiwo Awoniyi  überwindet Bochums Keeper Michael Esser und schießt den 1. FC Union in die Europa League. Imago/Matthias Koch

Auch in dieser Spielzeit hat die Ekstase ihren Zweitwohnsitz in der Alten Försterei aufgeschlagen. Einmal mehr betroffen – die schwarz-gelbe Borussia. Und es brauchte dafür nicht mal einen dramatischen Schlussakkord. Allen im Stadion und an den Bildschirmen der Republik fiel die Kinnlade runter, als sie mitansehen mussten, wie chancenlos Dortmund sich beim 0:2 in Köpenick präsentierte.

Der 1. FC Union kann magische Nächte auch international

Was national geht, geht auch international. Robin Knoche hatte die Alte Försterei zum Beben gebracht, als er vier Tage zuvor gegen Malmö einen Elfmeter eine Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit trocken versenkte und damit Union das Überwintern in der Conference League sicherte und das Tor zum Verbleib in der Europa League weit aufstieß. 

Die Wunder von der Wuhle sind also keine Einzelfälle. Sondern schönste Regelmäßigkeit. Einzig der FC Bayern, derzeit ärgster Union-Verfolger, musste so etwas noch nicht in Köpenick miterleben. Aber sie mussten wie im Vorjahr bei ihrem 5:2 an ihre Grenzen gehen, damit sie nicht scheitern. „Die hören ja nie auf. Egal wie es steht“, hatte Thoms Müller seinerzeit anerkennend und staunend zugleich eingestanden. 

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