Schluss Endlich - Klasse gehalten Klassenerhalt - das haben sie die Eisernen auch für das kommende, angeblich so schwere zweite Jahr vorgenommen.  Foto: imago images/Oliver Behrendt

Nach der Saison ist vor der Saison. Und auch wenn es für Union heißt neues Spiel, es bleibt beim alten Ziel. "Klassenerhalt. Rang 15", bezifferte Unions Manager Oliver Ruhnert nach dem Saisonabschluss 19/20 die Endplatzierung 20/21 in der Tabelle, die er mit Kusshand nehmen würde, nachdem die Eisernen ihre beste Bundesligaspielt aller Zeiten hinter sich hatten. 

Genau darum geht es. Alles andere wäre vermessen. Die Eisernen müssen wieder drei Kontrahenten finden, die sie hinter sich lassen. Was nicht einfach wird. Aber kein Ding der Unmöglichkeit. Zumal der Volksmund ja gern mit der alten Fußballerweisheit um sich wirft, dass das zweite Jahr immer das schwerste sei. Fortuna Düsseldorf hat es ja gerade einmal wieder vorexerziert, Stuttgart und Hannover taten es den Rheinländern in der Vorsaison gleich. Da kann man als Zweitklässler schon mal wackelige Knie bekommen ...

Trainer Urs Fischer aber warnt davor, an diesen Mythos zu glauben. Nicht, dass er eine sich selbst erfüllende Prophezeiung wird. "Es gilt aus einer tollen Saison sich weiterzuentwickeln und nicht im Kopf zu haben, das zweite Jahr wird das schwerste. Für uns ist das erste Jahr schwierig, das zweite Jahr schwierig, das dritte, wenn es denn es gibt, auch wieder. Ich erwarte, dass wir uns nicht damit beschäftigen. Wenn wir absteigen, waren wir halt zu schlecht, nicht die Situation zu schwierig", so der Schweizer. 

57 Aufsteiger mussten sofort wieder runter, 24 im zweiten Jahr

Die Zahlen geben ihm übrigens recht. 144 Absteiger gab es seit der Gründung der Bundesliga. Nr. 145 könnte noch in der Relegation zwischen Werder Bremen und dem 1.FC Heidenheim gefunden werden. Von all den Aufsteiger erwischte es in der Zeit übrigens 57 im ersten Jahr der Zugehörigkeit der Beletage des deutschen Fußballs. Aber nur 24 mussten das Oberhaus im verflixten zweiten Jahr verlassen.

Auch das muss kein Muss sein. Bis heute gibt es ja sieben Klubs, die aus der Bundesliga noch nie abgestiegen sind: der FC Bayern, die Werksteams aus Hoffenheim, Wolfsburg und Leverkusen. Irgend so ein Klub aus Leipzig und natürlich Augsburg. Die sollte für Union so etwas wie ein Vorbild werden. Seit 10 Jahren tummeln sich die Fuggerstädter im Fußball-Oberhaus. Nummer sieben wird in der Aufzählung vermisst? Ich bitte Sie: die Eisernen natürlich. Stand jetzt noch nie aus der Bundesliga abgestiegen.