Mehr als artig zu gratulieren, bleib Urs Fischer (3.v.r) und seinen Mannen nach dem 0:4 in Hoffenheim nicht übrig.  Foto: Thomas Kienzle/AFP Pool/dpa

Es hatte ein bisschen was von dem Esel, der aufs Eis geht, wenn er sich zu wohl fühlt. Stadtmeisterschaft reloaded? Hertha gar abfangen? Wäre zu schön gewesen aus Union-Sicht nach vollbrachtem Klassenerhalt. Ist nun aber nicht! Die theoretische Chance lassen wir mal da, wo sie hingehört, im Bereich der Theorie eben. Rien ne va plus, muss hier ehrlicherweise eingestanden werden. Glückwunsch nach Charlottenburg, Angriff souverän abgewehrt.

Zur Ehrenrettung von Urs Fischer, Oliver Ruhnert & Co. muss auch noch gesagt werden, dass sie sich am Ausrufen einer Jagd auf die Blau-Weißen nicht im geringsten beteiligt hatten. Erstens ist derlei Fan-Folklore ihnen ohnehin wesensfremd. Zweitens sehen sie auch keinen Sinn darin, unnötig Öl in irgendwelche Feuer zu träufeln, damit am anderen Ende der Stadt sich womöglich darüber echauffiert wird.

Es lag bestimmt nicht an den Feierlichkeiten nach dem Klassenerhalt, dass im Kraichgau ein Schleich-GAU zu bewundern war. Die Luft war eben raus. Was all zu menschlich ist. Wenn man große Widerstände überwindet, ein arg ambitioniertes Ziel dann doch noch geschafft hat, fällt eben die Anspannung ein klein wenig von einem ab. Da kann man noch so machen, strampeln und wollen. Es geht halt nicht. Zumal ja auf der anderen Seite auch ein Gegner stand, der unbedingt seinen Europapokal-Platz zementieren wollte.

Nicht schön, nicht zu ändern, aber nun wirklich kein Beinbruch.