Gestern noch im grünen Dress von Greuther Fürth, morgen in der Alten Försterei: Der 1. FC Union führt die Freunde Paul Jaeckel (l.) und Paul Seguin wieder zusammen. Imago/Zink

Der Countdown läuft. Etwas mehr als zwei Wochen noch, dann beginnt für die Kicker des 1. FC Union wieder der Ernst des Lebens. Dann heißt es ab dem 20. Juni bei den Eisernen, gute Freunde kann niemand trennen. Denn die Köpenicker freuen sich im Sinne des alten DEFA-Klassikers auf die Legende von Paul und Paul. Denn Neuzugang Seguin und Jaeckel sind dann wieder vereint.

Das doppelte Paulchen hat eine lange Verbindung. Hier der gebürtige Magdeburger Seguin, der 2007 ins Nachwuchszentrum des VfL Wolfsburg wechselte. Da der Eisenhüttenstädter Jaeckel, der 2015 in der U17 ein Wolfswelpe wurde. 2018 folgte der Sprung nach Fürth. Keine sechs Monate später war das Duo im Frankenland wieder vereint.

Paul Seguin war die erste Verpflichtung des 1. FC Union

Nun die erneute Zusammenführung. Gute Freunde kann halt niemand trennen. „Als er im vergangenen Jahr erfahren hat, dass ich zu Union gehe, sagte er, dass es für ihn auch ein Wunsch wäre“, verriet Jaeckel jüngst dem Kicker. Jetzt ist dem 26-Jährigen das gelungen. Er war der erste Neuzugang der Eisernen für die kommende Spielzeit.

Was Jaeckel ungemein erfreute. „Ich würde ihn schon als Freund bezeichnen, weil uns ja eine längere Geschichte verbindet. Wir kannten uns in Wolfsburg schon ganz gut, haben dort zusammen bei den Profis trainiert. In Fürth haben wir zweieinhalb Jahre zusammengespielt, wir haben uns immer sehr gut verstanden“, so der Innenverteidiger über den knapp drei Jahre älteren Seguin.

Wolfgang Seguin verrät: Paul wollte immer schon für den 1. FC Union spielen

Dessen Vater Wolfgang, mit Magdeburg dereinst Europapokalsieger und mit der DDR-Auswahl Olympiasieger 1976, verriet jüngst, dass sein Filius schon immer mit dem 1. FC Union geliebäugelt hatte. „Ich finde den Wechsel gut. Union war schon immer sein Traumverein. Eigentlich wollte er schon früher dahin, nun hat es endlich geklappt. Die leisten eine unheimliche gute Arbeit da an der Alten Försterei“, so Seguin Senior.

Christian Arbeit, Presssesprecher des 1. FC Union, erklärt Paul Seguin schon mal seine künftige Arbeitsstätte. Imago/Matthias Koch

Das mit Seguin nun ein weiterer Ostdeutscher zu den Köpenickern stößt, ist Jaeckel aber schnuppe. Da wird in der Kabine nicht drüber gesprochen. „Ob neben mir ein Ossi oder ein Wessi sitzt, ist in unserer Generation kein Thema mehr“, so Jaeckel. Klingt logisch bei Nachwende-Kindern. Doch der schöne Nebeneffekt, dass man näher an der Heimat ist, wird von beiden gerne mitgenommen.

Paul Seguin könnte beim 1. FC Union der neue Robert Andrich werden

Kräftig Vorschusslorbeeren gibt der eine Paul dem anderen Paul auch. Er ist ein mental sehr gut eingestellter Spieler, der sehr gerne Fußball spielen möchte und mit einer hohen technischen Qualität offensiv sehr gefährliche Situationen kreieren, aber auch andere Tugenden an den Tag legen kann, so Jaeckel. Soll übersetzt heißen, dass Seguin gerne mal ein Zeichen setzt auf dem Spielfeld, kräftig dazwischenhauen kann, wenn nötig.

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Womit er prädestiniert scheint für die Rolle als Nachfolger von Robert Andrich, dessen Karriere in Leverkusen einen solchen Aufschwung genommen hat, dass er in der berühmten Kicker-Rangliste auf Platz eins unter den defensiven Mittelfeldspieler nach diesem Halbjahr gelistet wurde. Eine Kostprobe davon konnte aber von den Unionfans in der Alten Försterei noch nicht genommen werden, weil Seguin beim 1:1 Ende April mit einem Muskelfaserriss passen musste, das Spiel nur privat vom Rand aus verfolgen konnte.